Dorstener züchtet aus Spaß riesige Cannabispflanzen im Garten: Vor Gericht wurde es ernst

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Wegen einer blöden Idee landete ein Familienvater aus Dorsten jetzt vor Gericht. Rein aus „gärtnerischem Interesse“ züchtete er mitten ein einem Wohngebiet riesige Cannabispflanzen.

Dorsten

, 02.10.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Diese Aktion war richtig blöd. Das musste selbst der Angeklagte einräumen. Der dreifache Familienvater hatte nämlich im Garten seines Wohnhauses in Holsterhausen spaßeshalber und „aus rein gärtnerischem Interesse“, wie er betonte, drei Cannabispflanzen gezogen - die gewaltig in die Höhe schossen. Das brachte dem im Garten- und Landschaftsbau tätigen Mann jetzt eine schmerzhafte Strafe ein.

In drei Pflanzkübel gesetzt

Er nehme kein Haschisch, habe nie etwas mit Drogen zu tun gehabt, sagte der Holsterhausener aus. Dennoch kam er auf die absurde Idee, mitten in einem Wohngebiet in drei Pflanzenkübeln im auch von Nachbarn einsehbaren Hinterhof Cannabis-Samen einzusäen.

Der Holsterhausener hat augenscheinlich einen grünen Daumen: Denn dank guter Pflege wurden die Setzlinge innerhalb eines halben Jahres 2,50 Meter groß und insgesamt 1,6 Kilogramm schwer. Nicht einmal die eigene Ehefrau konnte den Pflanzenfreund von seinem Hobby abbringen: „Die hat mich angemeckert, dass ich mit dem Quatsch aufhören soll.“ Denn die Gattin musste die Wäsche neben den drei Kübeln aufhängen.

Durch Zufall aufgeflogen

Durch einen dummen Zufall flog die Mini-Plantage im Oktober 2018 auf. Der Holsterhausener war in eine Verkehrskontrolle geraten und hatte seinen Führerschein nicht dabei. Die Polizisten begleiteten den Mann bis nach Hause, wo sie einen intensiven Geruch wahrnahmen, diesem hinterherschnüffelten und schließlich die Pflanzen entdeckten. Der Holsterhausener zeigte sich kooperativ, half mit beim Verpacken der Pflanzen, die in drei großen blauen Mülltüten abtransportiert wurden. Dass die Aussage des Angeklagten stimmt, zog das Schöffengericht leicht in Zweifel. „Wir können aber nicht nachweisen, dass er die Pflanzen womöglich für jemanden anderes abernten wollte“, so Richterin Lisa Hinkers.

Knapp an der Haft vorbei

Das Urteil lautete ein Jahr auf Bewährung, dazu 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. Es hätte sogar durchaus noch schlimmer können: Der THC-Wirkstoffgehalt der Pflanzen lag nach Angaben des Staatsanwalts nur knapp unter dem Grenzwert, der bereits für eine zweijährige Gefängnisstrafe ausgereicht hätte.

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