Apothekerin Judith Pollmann wird ihr FFP2-Masken erst abgeben, sobald die Verordnung offiziell ist. © Privat
FFP2-Masken

Dorstens Apotheken erwarten Ansturm auf FFP2-Masken ab Dienstag

Apotheken sollen ab Dienstag (15.12.) FFP2-Masken an Risikogruppen ausgeben. Noch Montagmittag saßen Dorstens Apotheker auf heißen Kohlen und warteten auf die offizielle Verordnung.

Obwohl der Referentenentwurf zur Abgabe der FFP2-Masken an Risikogruppen am Montagmittag noch nicht verabschiedet war, stellen sich Dorstens Apotheken auf eine hohe Nachfrage ab Dienstag ein.

Doch nicht alle Apotheken wollen Masken ausgeben, wenn die offizielle Verordnung am Dienstag noch fehlen sollte. Selbst der Apothekerverband Westfalen-Lippe konnte auf Anfrage der Dorstener Zeitung keinen eindeutigen Zeitpunkt nennen, wann und ob überhaupt rechtzeitig der Entwurf verabschiedet werde.

Die Lösung für Dezember ist „nicht gut“

Dorstens Apotheker indes werden von Kunden seit Tagen nach den kostenlosen Masken befragt. Dorstener, denen die kostenlosen FFP2-Masken zustehen würden, möchten Masken reservieren und kommen mit Kopien des Personalausweises in die Apotheke oder sie rufen an. „Wir erwarten Dienstag früh eine lange Schlange vor der Apotheke“, meint PTA Annette Strunje von der Marien-Apotheke an der Alleestraße.

Sie hält die Lösung, dass jetzt im Dezember je drei Masken pro Risikopatient ausgegeben werden, für „nicht gut“. Ihre Sorge: „Es wird Kunden geben, die von Apotheke zu Apotheke rennen und sich so mehr als drei Masken besorgen.“

Abrechnungsfrage noch ungeklärt

Judith Pollmann von der Apotheke im Viertel wartete am Montagmittag ebenfalls auf offizielle Informationen. „Solange wir nichts Offizielles haben, geben wir die Masken nicht raus“, erklärt sie auf Anfrage. Erst wenn feststehe, wie die Kosten für die Masken, die die Apotheken selbst besorgen müssen, abgerechnet würden, könnte sie die Masken abgeben.

Für manch eine Apotheke ist es jetzt schon schwer, die FFP2-Masken zu einem guten Preis einzukaufen. In der Marien-Apotheke werden sie momentan zwischen 5 und 7 Euro verkauft.

Die Holzwarth-Apotheke hat sich, gleich nachdem Jens Spahn den Entwurf vergangene Woche vorgestellt hat, um die Beschaffung der Masken gekümmert und eine große fünfstellige Menge geordert, die nach und nach geliefert werden soll.

Ab 15. Dezember geben Apotheken je drei FFP2-Masken an Personen ab, die zu den Risikogruppen gehören.
Ab 15. Dezember geben Apotheken je drei FFP2-Masken an Personen ab, die zu den Risikogruppen gehören. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Die Apotheker sind angehalten nicht nur an ihre Stammkunden die Masken abzugeben, sondern an alle, die zur Risikogruppe zählen. Felix Holzwarth will sich von Nicht-Stammkunden den Personalausweis zeigen lassen, wenn das Alter des Patienten sich nicht automatisch aus den Rezeptdaten ergibt.

Masken im Dezember, Januar und Februar

Der Referentenentwurf sieht vor, dass in diesem Jahr Kunden ab 60 Jahren und solche mit spezifischen Vorerkrankungen drei Masken bekommen. Im Januar und Februar sind die Personengruppen nochmals berechtigt, je sechs Masken gegen eine Eigenbeteiligung von 2 Euro zu kaufen. Dafür werden sie dann fälschungssichere Coupons von ihrer Krankenkasse erhalten.

Die Apotheken sollen eine Pauschale von 6 Euro je Maske erstattet bekommen. „Zur Finanzierung der im Dezember abgegebenen Schutzmasken zahlt das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) pauschal 491,4 Millionen Euro an den Nacht- und Notdienstfonds des Deutschen Apothekerverbands, der die Weiterleitung der Mittel an die Apotheken übernimmt“, heißt es im Referentenentwurf.

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Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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