Dreifaches Weihnachtsoratorium sorgt für Misstöne

Enttäuschung

Dass mit Justus Frantz am 14. Dezember ein bekannter Musiker in der St. Marien-Kirche das "Weihnachtsoratorium" dirigieren wird, stößt bei anderen Dorstener Kirchengemeinden auf Befremden. "Damit stecken wir in der Zwickmühle", sagt zum Beispiel Kantor Hans-Jakob Gerlings (St. Agatha).

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 20.10.2011, 18:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kantor Hans-Jakob Gerlings (St. Agatha) ist enttäuscht, dass auch in St. Marien das Weihnachtsoratorium aufgeführt wird.

Kantor Hans-Jakob Gerlings (St. Agatha) ist enttäuscht, dass auch in St. Marien das Weihnachtsoratorium aufgeführt wird.

Der Grund: Zum 150-jährigen Bestehen der Chorgemeinschaft von St. Agatha wird in der St. Agatha-Kirche am 8. Januar dieses Werk ebenfalls aufgeführt. "Eine ungünstige Kollision", meint Gerlings - die durchaus herbe finanzielle Folgen für die Chorgemeinschaft haben könnte.

"Wir sind mit einem fünfstelligen Betrag in Vorleistung getreten", so der St. Agatha-Kantor: "Wir müssen ja für die Plakate und das Orchester aufkommen." Ein volles Haus, also 600 zahlende Zuschauer, benötigt St. Agatha, um die Kosten zu decken.

Großer Name zieht

Seit anderthalb Jahren sei bekannt, dass die St. Agatha-Gemeinde das Weihnachtsoratorium aufführen werde. "Das dürfte eigentlich auch bis St. Marien durchgedrungen sein", so Gerlings."Fatal" findet auch Ingeborg Noe (Foto) vom "Freundeskreis Kirchenmusik" in Wulfen den Justus Frantz-Termin in St. Marien. Der Freundeskreis unterstützt das Wulfener Kantoreikonzert der ev. Kirchengemeinde - unter der Leitung von Kantor Stephan Hillnhütter wird am 11. Dezember ebenfalls das Weihnachtsoratorium aufgeführt. "Da werden sich auch Wulfener überlegen, des großen Namens wegen nach St. Marien zu fahren."Besser informieren

Sowohl Ingeborg Noe als auch Hans-Jakob Gerlings hätten sich gewünscht, dass die St. Marien-Organisatoren sich über die musikalischen Weihnachts- und Advents-Pläne der anderen Gemeinden informiert hätten. "Immerhin haben sich St. Agatha und Wulfen auch abgesprochen", so Gerlings. "Wir konnten die Doppelung wagen, weil die Schnittmenge normalerweise nicht sehr groß ist."

Ursula Bensch (Kulturkreis St. Marien) tut die ganze Situation leid. Denn: "Ursprünglich war ein ganz anderes Programm mit Justus Frantz zu einem früheren Termin geplant, der hat das aber kurzfristig geändert. Da mussten wir auch schlucken." Da dies das erste Kirchenkonzert des Kulturkreises ist, wollte man die Veranstaltung aber nicht absagen. Sie verspricht: "Demnächst werden wir besser mit anderen Organisatoren kommunizieren." 

 

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