Der Dorstener Imker Christian Finke inmitten zweier Bienen-Beuten in der Bauweise, wie die unbekannten Einbrecher sie entwendet haben. © Privat
Diebstahl

Dreister Bienen-Klau in Dorsten: Bürgerrunde setzt Belohnung aus

Ein Unbekannter ist in ein mit einem Stahlgitter gesicherten Bienenstand eingebrochen und hat zwei Völker mit 60.000 Bienen mitgehen lassen. Jetzt haben Bürger eine Belohnung ausgesetzt.

Update vom 20.5., 11.30 Uhr: Dass die mit Mitteln aus dem Bürgerbudget der Stadtteilkonferenz Feldmark mitfinanzierten Bienenstöcke des Imkers Christian Finke samt zweier Bienenvölker gestohlen wurden, findet die Bürger-Runde Feldmark „extremst ärgerlich“: „Da haben die Bürger und Sponsoren eine Menge Herzblut hineingesteckt“, so Paul Schürmann, Mitglied des Teams.

Deswegen hat die Bürgerrunde eine Belohnung in Höhe von 250 Euro ausgelobt. „Aber nur für Hinweise, die dann auch tatsächlich zur Ergreifung des Täters geführt haben“, so Paul Schürmann. Hinweise an Tel. (0177) 2984691.

Schloss aufgebrochen

Ursprungstext: Christan Finke war entsetzt, als er am Dienstag seinem mit einem zwei Meter hohen Stahlgitter gesicherten Bienenstand den regelmäßigen Kontrollbesuch abstattete. „Da haben es Einbrecher tatsächlich geschafft, mit Gewalt das Schloss des verriegelten Eingangstores aufzubrechen“, erzählt der Hobby-Imker aus dem Dorstener Stadtteil Feldmark.

Der unbekannte Täter hat zwei Holzkästen – in Imkerkreisen „Beuten“ genannt – mitgehen lassen, samt der beiden dort jeweils ansässigen Bienenvölker, die den bei Rewe Kornhof an der Händelstraße erhältlichen „Feldmärker Honig“ produzieren. „Die beiden Beuten hatten jede für sich ungefähr 30.000 Bienen“, sagt er. Auch der eingetragene Honig von jeweils rund 15 Kilogramm ist verschwunden.

„Täter muss ortskundig sein“

Christian Finke geht davon aus, dass der Einbrecher ortskundig sein muss. Denn die Bienenstände stehen nahe des Jüdischen Friedhofs im „Judenbusch“ an der kleinen Straße „Hasselbecke“. „Da kommt doch kein auswärtiger Autofahrer vorbei, da sind doch nur Spaziergänger und Radfahrer unterwegs, die zum Segelflugplatz wollen.“

Besonders traurig findet es Christian Finke, „dass es womöglich ein Imkerkollege ist, der das getan hat“. Denn der Unbekannte hatte es wohl zielgerichtet auf die Beuten im sogenannten „Zandermaß“ abgesehen. „Der Dieb nutzt wohl das gleiche System wie ich. Die direkt daneben stehenden Beuten im Dadantmaß hat er jedenfalls stehen gelassen.“

So sahen die Bienenstände in der Feldmark vor dem Einbruch aus.
So sahen die Bienenstände in der Feldmark vor dem Einbruch aus. © Privat © Privat

2019 war die Feldmark an dieser Stelle um zigtausende summende Bewohner reicher geworden. Mithilfe von Mitteln aus dem Bürgerbudget der Stadtteilkonferenz namens „Bürgerrunde Feldmark“ hatte Christian Finke, der sich seit vier Jahren „nebenberuflich“ der Imkerei verschreibt, zunächst zwei Bienenstöcke aufgestellt.

Sommerernte fällt aus

Daraus ist im Laufe der Zeit eine regelrechte „Bienenstadt“ geworden. Der Initiator hat inzwischen vier Bienenvölker dort. „Die anderen beiden hat der Täter stehen gelassen, auch die weiteren Völker, für die ein Kollege von mir Beuten aufgestellt hat.“

Diese Bienenbeuten hat der Einbrecher stehen gelassen.
Diese Bienenbeuten hat der Einbrecher stehen gelassen. © Privat © Privat

Die Sommerernte des „Feldmärker Honigs“ fällt damit aus. Hinzu kommen die Sachschäden und der Wert der erbeuteten Bienen und Materialien. Christian Finke hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Er hofft, dass ihm mögliche Zeugen bei der Suche helfen können.

Der Täter muss zwischen Sonntag (16.5.) und Dienstag (18.5.) zu Werke gegangen sein. „Und mit Auto oder Transporter zum Abholen vorgefahren sein“, so Finke. „Wem aufgefallen ist, dass jemand in den vergangenen Tagen bereits benutzte Beuten aufgebaut oder den Unbekannten auf frischer Tat beobachtet hat, kann sich bei mir melden.“ Seine Handynummer lautet: (0177) 2984691.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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