„Dummikratie“ - Kabarettist Sebastian Schnoy erklärt, warum Deppen Idioten wählen

mlzSebastian Schnoy

Sebastian Schnoy bereitete den Gästen in der Aula des Petrinum einen vergnüglichen, aber manchmal auch nachdenklichen Abend.

von Marita Kipinski

Dorsten

, 04.03.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Natürlich ging es auch an diesem Abend um Trump, und Sebastian Schnoy wäre kein gewiefter Kabarettist, wenn ihm nicht eine neue Variante zu dem amerikanischen Präsidenten eingefallen wäre: Donald Trump wird demnächst seine außenpolitischen Visionen veröffentlichen – in einem Pixi-Buch!

Es folgten Seitenhiebe auf das Vereinigte Königreich und den Brexit, der umso unverständlich sei, da England ja seit Georg I., zumindest was das Königshaus betrifft, „fest in deutscher Hand“ sei.

Die Türkei und der Beitritt zu EU

Eine Abstimmung im Publikum zum Eintritt der Türkei in die EU ging zwar negativ aus, Sebastian Schnoy befürwortete ihn trotzdem. Die Türkei als Garant für den Zusammenhalt der EU - nicht nur wegen der vielen Sonnenstunden und schönen Strände - nein, auch wegen der vielen Probleme des Landes, die die anderen EU-Staaten zum Zusammenhalt zwingen und vom Wegdriften abhalten könnten.

Schnoy arbeitete sich auch an den „üblichen Verdächtigen“ ab: Seehofer, Oettinger, Dobrindt bekamen ihr Fett weg. Außergewöhnlich war dann aber das Plädoyer für die Politiker allgemein, die in der heutigen Zeit durchaus gefährlich leben, man denke nur an den kürzlich ermordeten Bürgermeister von Danzig.

Thema Populismus von allen Seiten beleuchtet

Das Haupt-Thema des Abends, Populismus jedweder Couleur, wurde von allen Seiten beleuchtet. Rechter, linker, liberaler und konservativer Populismus unterscheiden sich laut Schnoy zwar in ihren Zielen, aber die Methoden sind immer die gleichen: Schwarz-Weiß-Malerei, einfache Lösungen - kurz: Volksverdummung.

Die Drohung der konservativen Populisten, dass „der Russe“ kommt, hält der Kabarettist für völlig absurd. Wie soll „der Russe“ auf Deutschlands maroden Straßen, die nicht einmal für PKW taugen, mit seinen Panzern vorwärts kommen, fragte er. „Noch dazu, wo doch spätestens in Meck-Pom die Navis kein Netz mehr haben!“

Der vergnügliche Abend endete mit einem nachdenklichen Appell an das Publikum: Seid nett zueinander und, ganz wichtig, kommt endlich vom „Wir und Die“ zum uneingeschränkten „Wir“.

Der Kabarettist wurde mit tosendem Beifall belohnt, und viele der Zuschauer nahmen eines der angebotenen Bücher von Sebastian Schnoy mit, die er gerne signierte.

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