Ehemalige Bergleute sorgen auf dem Prinzenwagen in Dorsten für Stimmung

Rosenmontagszug

In Ermangelung eines Prinzenpaares können sich die Dorstener Narren beim Rosenmontagszug auf würdigen Ersatz freuen. Eine tragische Figur des Dorstener Karnevals bekommt ihre dritte Chance.

Dorsten

, 01.03.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drei ehemalige Bergleute werden auf dem Prinzenwagen beim Dorstener Rosenmontagszug für Stimmung sorgen. Umrahmt von den Funkenmariechen Celina Wiesker (l.) und Simge Barkli (r.) wurden Robert Keiner, Kalle Lutz und Günter Bühne (v.l.) am Freitag den Narren in den Mercaden präsentiert.

Drei ehemalige Bergleute werden auf dem Prinzenwagen beim Dorstener Rosenmontagszug für Stimmung sorgen. Umrahmt von den Funkenmariechen Celina Wiesker (l.) und Simge Barkli (r.) wurden Robert Keiner, Kalle Lutz und Günter Bühne (v.l.) am Freitag den Narren in den Mercaden präsentiert. © Berthold Fehmer

Das Geheimnis, wer am Rosenmontag auf dem Prinzenwagen die Narren mit Kamelle bewerfen wird, wurde am Freitagnachmittag in den Mercaden gelüftet. Zu den Klängen des Steigerlieds wurden Kalle Lutz und Günther Bühne mit Applaus begrüßt. Doch einer fehlte noch.

Rudolf Haller, Vorsitzender des Festkomitees Dorstener Karneval, lobte den Großen Zapfenstreich, der den Bergleuten zum Ende des Bergbaus zum Jahresende in Dorsten bereitet wurde, in den höchsten Tönen. „Und ich habe beruflich an einigen Zapfenstreichen teilgenommen“, sagte der ehemalige Chef des Wulfener Munitionsdepots.

„Wir sind Malochen und Feiern gewöhnt“

Daraus sei der Entschluss gereift, in diesem Jahr ehemalige Bergleute auf dem Prinzenwagen fahren zu lassen, so Haller. Und man habe Leute ausgewählt, die Spaß am Feiern haben. Kalle Lutz humorvoll: „Wir sind Malochen und Feiern gewöhnt.“

Günter Bühne (77) arbeitete auf der Zeche Mathias Stinnes in Gladbeck, Kalle Lutz von 1974 bis 2006 auf Fürst Leopold in Dorsten. Als die Vorstellung der beiden schon fast vorbei war, kam der dritte im Bunde, der bis dahin noch beruflich verhindert war: Robert Keiner.

„Ich wollte ihn noch mal auf dem Wagen sehen“

Der 60-Jährige arbeitete ebenfalls auf Fürst Leopold, insgesamt zehn Jahre, und war schon zweimal als Prinz auf dem Prinzenwagen vorgesehen. 2016 wurde aber der Zug wegen Sturms abgesagt, 2018 war Robert Keiner krank und musste das Bett hüten. Haller: „Ich wollte ihn noch mal auf dem Wagen sehen.“ Doch vorher musste Keiner noch die Frotzelei seiner beiden Mitstreiter ertragen, dass er am Rosenmontag doch bitte nicht zu spät kommen solle.

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