Ehemalige Jugendverkehrsschule wird zur Schaltzentrale des Bürgerparks Dorsten umgebaut

mlzBürgerpark Maria Lindenhof

Viele Arbeitsstunden haben Dorstener Arbeit und Bürgerpark-Verein schon in den Umbau der Ex-Jugendverkehrsschule gesteckt. Das Gebäude soll wichtige Aufgaben für den neuen Park übernehmen.

Dorsten

, 12.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tausende Dorstener Grundschulkinder lernten hier früher die Verkehrszeichen und draußen auf dem Vorplatz-Parcours, wie man sich im Straßenverkehr bewegt. 30 Fahrräder standen dafür von 1982 bis 2003 in der längst geschlossenen Jugendverkehrsschule (Im Werth) zur Verfügung. So einige der Gegenstände von damals kamen jetzt bei der Entrümpelungsaktion wieder ans Tageslicht: „Wir haben aus dem Lager Mini-Ampeln herausgeholt, alte Fahrradersatzteile, sogar Geschirr und alte Schreibmaschinen“, sagt Henry Gahlen von der „Dorstener Arbeit“.

„Ganz neue Bedeutung“

Die Mitarbeiter der Dorstener Beschäftigungsgesellschaft haben in den vergangenen Wochen in dem Gebäude am Rande des Bürgerparks Maria Lindenhof kräftig gewerkelt. Denn der Flachbau soll die „Schalt- und Waltzentrale“ des neuen Parks werden, der ab nächstes Jahr im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms „Wir machen Mitte“ mit Millionenaufwand attraktiv umgebaut wird. Mit dem geplanten neuen Zugang vom Kanal her am Kanu-Vereinsheim vorbei bekomme dieser Parkbereich eine „ganz neue Bedeutung“, sagt Mila Ellee vom Planungsamt der Stadt.

Ehemalige Jugendverkehrsschule wird zur Schaltzentrale des Bürgerparks Dorsten umgebaut

Alles muss raus: Zwei Lagerräume und die alte Küche wurden in den vergangenen Wochen entrümpelt. © Michael Birkner

Neben dem „Kulturort“ Amphitheater samt der Terrassenbar „Oude Marie“ soll die ehemalige Jugendverkehrsschule nämlich zum zweiten „Haupt-Treffpunkt“ im Park werden. Dafür hat die Dorstener Arbeit in Abstimmung mit dem Zentralen Gebäudemanagement der Stadt damit begonnen, das Bauwerk zu sanieren: Das Dach wurde repariert, die Materiallager wurden ausgeräumt und frisch gestrichen.

Küche wird ausgetauscht

Auch die alte Küche wurde ausgebaut, sie wird durch ein gut erhaltenes und dort nicht mehr benötigtes Gebraucht-Exemplar aus einer Dorstener Grundschule ersetzt. „Hier können die Mitglieder des Bürgerpark-Vereins für ihre Treffen Getränke lagern, hier kann auch mal für kleinere Veranstaltungen gekocht und gebacken werden“, sagt Ute Blume, Projektleiterin der Dorstener Arbeit. Mit eigenen Erzeugnissen aus dem „Essbaren Garten“ oder von den Obstbäumen, die dort gepflanzt werden sollen.

Die Küche ist damit Bestandteil des „Versorgungszentrums“. Denn dies ist einer der drei Schwerpunkt-Funktionen, die das Gebäude laut des von Park-Bürgermeisters und Bürgerparkvorsitzenden, Hans Kratz, erarbeiteten Nutzungskonzepts zukünftig übernehmen soll. Von hier aus soll der Bürgerpark mit Strom und Wasser versorgt werden, hier gibt auch die für die Parkbesucher notwendigen sanitären Anlagen - sie werden demnächst ausgetauscht. Der rechte Gebäudeteil wird zum Geräte-Lager, „womöglich wird noch ein 50 Quadratmeter Container in Leichtbauweise dazugestellt“, so Mila Ellee von der Stadt.

Versammlungsraum

Der mittlere Teil des Bauwerks, das in der Stadtkrone-Saison 2017/2018 als ‚Kunstkiosk“ firmierte und als Werkraum für die damals im Park tätigen Künstler diente, soll Aufenthaltsraum und damit „Vereinsheim“ für die Mitglieder des Bürgerpark-Vereins werden. „Es wird eine neue Heizung und Türanlage geben“, verspricht Mila Ellee.

Ehemalige Jugendverkehrsschule wird zur Schaltzentrale des Bürgerparks Dorsten umgebaut

Die Mitglieder des Bürgerparkvereins sollen sich künftig auch drinnen treffen können. Das Gebäude der ehemaligen Jugendverkehrsschule soll unter anderem ihr Vereinsheim werden. © Privat

Bleibt noch der linke Trakt, der derzeit noch an den „Reha-Sport-Verein“, der Yoga-, Pilates-, Walking- und Stand-Up-Paddling-Kurse anbietet, vermietet ist. Der Vertrag läuft im Oktober aus, er wird nicht verlängert. Die Räumlichkeit wird neu möbliert und soll künftig der Bildungsarbeit und dem kreativen Werken dienen: für Workshops, Info-Abende, Gesundheitskurse, Vorträge. Die Vergabe der Raumes wird koordiniert vom Bürgerpark-Verein.

Freitagsrunde

Mehr als 30 Jahre lang traf sich übrigens dort im „Warmraum“ der ehemaligen Jugendverkehrsschule jeden Freitagmittag eine zehnköpfige Männerrunde - aus der Nachbarschaft, vom benachbarten Kanuverein, von der früheren Jugendverkehrsschule, auch der frühere städtische Amtsleiter, in dessen Zuständigkeitsbereich das Parkgelände früher lag, ist mit dabei.

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Früher hatten sie die Schlüsselgewalt für die Räumlichkeiten, waren von der Stadt geduldet, weil sie im Winter dafür sorgten, dass die Wasserleitungen im Winter nicht einfroren und dass im Sommer draußen alles seine Ordnung hatte. Weil ihr „Warmraum“ an die Reha-Sport-Verein“ vermietet ist, traf sich die Freitagsrunde in diesem Sommer draußen unterm Foyer-Dach - wie es aber ab Herbst mit ihnen weitergeht, wissen die Männer nicht. „Wir harren der Dinge, die das kommen“, hoffen sie auf konstruktive Gespräche mit dem Bürgerparkverein.

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