Ein Besuch im LWL-Wohnhaus für Suchtkranke

Zurück ins Leben

Seit Anfang des Monats gibt es in Dorsten einen neuen Ort, an dem Menschen zurück ins Leben finden können. Am 1. September öffnete das LWL-Wohnhaus für Suchtkranke auf Maria Lindenhof seine Pforten. Die Bewohner haben unter den mitunter schweren Folgen ihrer Alkoholsucht zu kämpfen, wollen aber ihr Leben wieder auf die Reihe kriegen. Ein Besuch.

DORSTEN

, 19.09.2014, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbert Wiengarten (l.) und Stefan Rütsch sind zuständig für das Wohnheim.

Herbert Wiengarten (l.) und Stefan Rütsch sind zuständig für das Wohnheim.

Am 1. September öffnete das Wohnhaus für Suchtkranke des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seine Pforten, am selben Tag nahmen die ersten Mitarbeiter ihre Arbeit auf. Eine Woche später kamen die ersten Bewohner, am kommenden Montag folgen die nächsten beiden. In einigen Monaten sollen alle 24 Betten auf den drei Etagen belegt sein.

"Derzeit stehen rund 15 Leute auf unserer Warteliste", sagt Stefan Rütsch. Der 51-Jährige ist als Leiter des LWL-Wohnverbundes Marl-Sinsen auch zuständig für das Haus in Dorsten. Es soll ein Ort werden, in dem Menschen zurück ins Leben finden. Ausgerichtet ist es auf die Unterstützung ehemals Alkoholabhängiger, die klinisch austherapiert sind, aber teilweise mit schweren gesundheitlichen Folgen ihres jahrelangen Konsums zu kämpfen haben, sei es psychischer oder physischer Natur. Im schlimmsten Falle kommt gleich beides zusammen.

Leberzirrhose, Demenz, Depression sind nur einige der Krankheiten. Dass mit Alkoholsucht auch sozialer Abstieg einhergeht, ist kein seltener Fall. Für diejenigen, die der Alkohol ganz nach unten geführt hat, soll das Wohnhaus "Im Werth" ein neues Zuhause werden. Es ist als Ort angedacht, an dem die Bewohner ein "normales Leben lernen", wie Herbert Wiengarten, Leiter der Dorstener Einrichtung, sagt.

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Neues Wohnheim für Suchtkranke

Seit dem 1. September gibt es in Dorsten einen neuen Ort, an dem Menschen zurück ins Leben finden können. Am 1. September öffnete das LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof seine Pforten, eine Woche später zogen die ersten von bald 24 Bewohnern ein. Wir haben die Eindrücke aus der neuen Einrichtung gesammelt.
19.09.2014
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Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
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Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
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Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
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Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
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Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
Besuch im LWL-Wohnheim für Suchtkranke auf Maria Lindenhof.© Foto: Nickel
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Früh aufstehen, putzen, aufräumen, kochen, vielleicht sogar arbeiten – all das soll für jeden Bewohner irgendwann zum Leben gehören. Bis es so weit ist, dauert es in der Regel fünf bis acht Jahre pro Person. Eine lange Zeit, in der sich Pfleger, Erzieher, Sozialpädagogen oder Ergotherapeuten 24 Stunden am Tag um die Bewohner kümmern.

Schrittweise soll für alle die Rückkehr in die Selbstständigkeit und das ambulant betreute Wohnen stehen. Mit der Stadt gibt es das Übereinkommen, dass die Bewohner sich um die Instandhaltung des Freizeitparks Maria Lindenhof kümmern. Leichte Arbeit im Freien, gänzlich ohne Stress und Druck. Aufgeteilt sind die Bewohner in drei Bereiche, auf jeder Etage stehen acht Betten zur Verfügung. Das Erdgeschoss ist ein geschlossener Bereich für die Härtefälle, der nicht alleine gelassen werden darf.

Im ersten Stockwerk läuft das Leben ein Stück weit selbstständiger ab, auf der dritten Etage sind drei Apartments eingerichtet, in denen zwei oder vier Personen wohnen, die sich Bad und Küche teilen, alleine einkaufen gehen und vielleicht schon durch Arbeiten eigenes Geld verdienen. Eine Aufteilung mit Symbolcharakter. Die Altersstruktur wird irgendwann gänzlich durchmischt sein. "Vom gerade Volljährigen bis zum über 60-Jährigen wird alles dabei sein", sagt Herbert Wiengarten. Gemeinsam haben alle, die in das Wohnhaus kommen eine Sache: Sie haben den Entzug geschafft. "Wir sind eine trockene Einrichtung", sagt Stefan Rütsch. Nur wer den unbedingten Willen hat, wieder zurück ins Leben zu finden, hat die Chance auf eines der 24 Betten. Bis Ende des Jahres sollen 80 Prozent von ihnen vergeben werden. Die Stille wird dann vorbei sein – ein gutes Zeichen. 

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