Ein Paradies auf engstem Raum: Bei Karin Thriemer sprießt alles aus dem Kübel

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Ein Insekten-Paradies hat Karin Thriemer auf ihrer Dachterrasse geschaffen. Hunderte Kübelpflanzen wachsen auf engstem Raum. Doch die Bewohner werden weniger, sorgt sich die Lembeckerin.

Dorsten

, 22.07.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Malven, Veronikas und Staudensonnenblumen blühen um die Wette. Dazwischen reckt sich ein Sommerflieder empor und selbst Brennnesseln dürfen hier wachsen. Es ist ein erstaunlicher Wildwuchs, der auf Karin Thriemers Terasse in Lembeck sprießt. Auf wenigen Quadratmetern drängen sich Hunderte von Pflanzen und alle wachsen im Kübel.

„Das ist mein Sommer-Refugium“, sagt Karin Thriemer. „Ich liebe Pflanzen und freue mich, wenn alles wächst und blüht.“ Dass dies auch auf engstem Raum funktioniert, zeigt die wilde Blütenpracht auf ihrer Dachterrasse.

Zum Refugium soll die auch für andere Bewohner werden, denn zahlreiche Pflanzen bieten Insekten Nahrung. Auch mehrere Nistplätze hat die 65-jährige Rentnerin für Wildbienen und Co. geschaffen. Die Belegung der Insektenhotels lässt aber derzeit zu wünschen übrig.

Unverhoffte Neuzugänge

„Vor ein paar Jahren hat hier noch alles gebrummt, da war alles voll mit Insekten“, berichtet sie. In den letzten drei Jahren habe sich die Zahl der fliegenden Gäste schon deutlich verringert. „Und in diesem Jahr ist es ganz extrem. Ich habe noch keinen Schmetterling gesehen. Das ist erschreckend.“ Zwar entdecken einige Bienen ihre Pflanzen als Nektarquelle. Aber: „Das sind meist Honigbienen, Wildbienen sieht man hier seltener.“

An Thriemers Bepflanzung liegt es nicht. Denn der Sommerflieder gilt als Schmetterlingsmagnet. Auch Zierdiesteln und Lavendel locken Insekten üblicherweise in Scharen an. Bis in den Herbst blüht immer etwas auf ihrer Terrasse. Die Brennnesseln dienen als Raupenfutter und auch auf den Herbstschnitt ihrer Pflanzen verzichtet die Lembeckerin, um Larven einen Unterschlupf zu bieten. „Ich lasse alles stehen, lass es aussehen, wie es will.“

Das gilt auch für Neuaussaaten. Denn immer wieder gibt es unverhoffte Neuzugänge, die sich in den Töpfen aussäen. Buschmalven und Fingerhut sind zuletzt hinzugekommen, haben andere Pflanzen verdrängt. So wandelt sich das Bild von Saison zu Saison. In den Blumenkästen wachsen Birken. „Auch die sind von selbst gekommen“, sagt Karin Thriemer.

Schlauch aus dem Gästebad

Selbst ein Komposter findet Platz auf ihrer Terrasse. Naturnahes Gärtnern ist ihr wichtig. Früher hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Stück Garten in Lembeck, baute Gemüse an. „Da haben wir auch schonmal mit Pferdemist gedüngt. Da galten wir als die Spinner von Lembeck.“

Vieles hat Karin Thriemer ausprobiert, im Kübel anzupflanzen. Manches funktioniert, manches nicht. „Stockrosen sind mir alle eingegangen.“ Auch Zwiebelgewächse seien eher ungeeignet. Dazu kommt der Frost im Winter. „Die Kübelpflanzen sind da empfindlicher.“ Und so gibt es in jedem Winter ein paar Verluste, die sie im Frühjahr ersetzt.

Mehr Pflanzen sollen es aber nicht werden. „Das reicht jetzt. Ich habe schon überlegt, ein paar Pötte wegzutun.“ Denn: „Das ist mehr Arbeit als ein Garten.“ Gerade im Sommer kommt sie mit der Bewässerung kaum hinterher. „Da muss ich gießen, gießen, gießen.“ Immerhin muss sie dafür nicht mit der Gießkanne hin- und herlaufen. Denn das Wasser kommt per Schlauch aus dem Gästebad. Und die Arbeit wird mit einem blühenden Terrassen-Paradies belohnt. „Das ist doch ein schönes Ergebnis meiner Arbeit.“

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