Ein peinlicher Rundumschlag der UBP

Kommentar

Zum Wechsel von Nadja Pleßmann zur CDU Dorsten und den schweren Vorwürfen der Unabhängigen Bürgerpartei (UBP) schreibt unser Autor folgenden Kommentar:

Dorsten

, 01.08.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein peinlicher Rundumschlag der UBP

Stefan Diebäcker, Redaktionsleiter der Dorstener Zeitung © Carsten Struebbe

Die Unabhängige Bürgerpartei hat kräftig ausgeteilt. Gegen ihre ehemalige Fraktionsvorsitzende in Dorsten, gegen die CDU – und auch gegen mich. Ich recherchiere nicht sachlich, schrieb der Kreisvorsitzende Tobias Köller, berichte nicht objektiv und trage dazu bei, „dass unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit den Bach heruntergehen“.

Der peinliche Rundumschlag wirft die Frage auf, was von den Vorwürfen gegen Nadja Pleßmann überhaupt stimmt. Keine Namen von Zeugen nennt der Kreisvorsitzende, keine Zitate, die belegen, dass die neue CDU-Ratsfrau „rechtes Gedankengut“ hat. Dahinter steckt wohl vor allem die Angst vor der politischen Bedeutungslosigkeit.

Wobei: Besonders „bedeutend“ war die UBP in Dorsten noch nie. Nach der letzten Wahl reichte es für einen Sitz im Stadtrat, der sich zum Fraktonsstatus verdoppelte, als Thomas Schöller von den Linken kam. Bis 2016 glänzte die UBP vor allem durch Abwesenheit oder Schweigsamkeit, ohne dass der Kreisverband reagiert hat.

Das änderte sich erst, als Nadja Pleßmann 2016 aufgrund eines Todesfalls nachrückte. Sie agierte seitdem nicht besonders auffällig, aber sie hörte zu, diskutierte gelegentlich mit, hat im letzten Herbst eine durchaus pfiffige Haushaltsrede gehalten. Und ja: oft mit der CDU gestimmt. Aus Überzeugung, wie sie sagt. Von daher ist der Wechsel auch zum jetzigen Zeitpunkt konsequent.

Nadja Pleßmann hat kein böses Wort über die UBP verloren, auch nicht nach den schweren Vorwürfen. Ihre alte Partei hat die Größe nicht.

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