Einbrecher erbeuten 30 funktionstüchtige Schusswaffen aus unbewohntem Haus in Dorsten

mlzGerichtsprozess

Auf seiner langen Einbruchstour durch Dorsten machte eine Diebesbande selbst vor Häusern von frisch Verstorbenen nicht Halt. Jetzt wurde dem ersten Täter der Prozess gemacht.

Dorsten

, 28.08.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einer der Tatbeteiligten hatte beim Auskundschaften möglicher Einbruchsobjekte ein passendes Anwesen entdeckt: Das Haus in Holsterhausen war augenscheinlich nicht mehr bewohnt, im Wohnzimmer stand aber noch ein Waffenschrank, prallvoll gefüllt mit Schießeisen jeglicher Art.

Später stieg das Trio ins Gebäude ein. „Der Schrank war gut gesichert“, erklärte ein 29-jähriger Mittäter vor Gericht. „Wir haben Stunden gebraucht, bis wir ihn offen hatten.“ Der Lohn der Mühen: Die Einbrecher erbeuteten 30 funktionstüchtige Waffen samt Munition, die sie schließlich zu Geld machten.

Volles Geständnis

Das Haus war nur einer von vielen Tatorten, die die gerichtsbekannten Dorstener im vergangenen Jahr heimgesucht hatten. Nun wird ihnen der Prozess gemacht. Den Auftakt machte am Mittwoch vor dem Dorstener Schöffengericht der 29-jährige Mann aus Hervest.

Drogenabhängig sei er, erklärte der arbeitslose Mann. Von dem, was er vom Jobcenter an Hartz IV erhält, könne er den Drogenkonsum aber nicht finanzieren - deswegen habe er bei den Beutezügen mitgemacht.

Weiterer Coup

Ein paar Wochen später dann ein weiterer Coup: Wieder ein Einbruch in ein Haus in Dorsten, die Besitzerin war kurz zuvor verschieden. Pech für die Einbrecher, dass der Erbe, ein Enkel der Verstorbenen, kurzfristig mit dem Umzug und der Wohnungssanierung begonnen hatte und die Einbrecher auf frischer Tat ertappte.

„Und wir wollten grad damit anfangen, die Kisten wegzuschleppen“, so der Angeklagte, der mit seinem Kumpan sowie der Brieftasche und zwei Uhren des Opfers flüchtete.

Autos gestohlen

Die Diebesbande klaute in unterschiedlichen Konstellation zudem technische Geräte aus einem kirchlichen Gemeindehaus, brach Firmenbüroräume auf, entwendete Fernseher und Werkzeuge aus dem Keller einer Dorstener Traditionsgaststätte, ließ den Tresor einer Dorstener Innenstadtbäckerei mitgehen, stahl Bargeld, Patienten-Akten und Autoschlüssel aus den Räumen eines medizinischen Pflegedienstes in Holsterhausen.

Vier Autos der Firma schafften sie dabei weg und versteckten sie auf umliegenden Parkplätzen. „Leider wurden die dort schneller entdeckt, als wir gucken konnten“, so der mehrfach vorbestrafte Angeklagte.

20 Monate Haft

Für seine Beteiligung an den Taten wurde der 29-Jährige zu 20 Monaten Haft verurteilt. Strafmildernd fiel ins Gewicht, dass er angekündigt hatte, im weiteren Verfahren umfassend gegen seine Komplizen auszusagen. Der Staatsanwalt hatte zuvor zwei Jahre Haft gefordert.

Er wies dabei auf das große Gefährdungspotenzial der von den Tätern erbeuteten Schusswaffen hin - denn die seien zum großen Teil immer noch im Umlauf, keiner wisse, in wessen kriminellen Händen sie sich jetzt befinden.

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