Einsatz in den Slums der Metropole Kalkutta

12.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schermbeck Über ihre Arbeit innerhalb der Hilfsorganisation "Ärzte für die Dritte Welt" berichtete die Schermbecker Ärztin Dr. Brunhilde Möller der Frauengemeinschaft St. Ludgerus im Pfarrheim an der Erler Straße. Die Hilfsorganisation wurde 1983 vom Jesuitenpater Dr. Bernhard Ehlen gegründet. Er hatte bei der Projektarbeit mit Flüchtlingen in Somalia selbst erlebt, wie Ärzte häufig schon mit bescheidenen Mitteln sinnvoll helfen und oft sogar Leben retten können. Dieses Schlüsselerlebnis führte zu der Idee, eine Hilfsorganisation mit deutschen Ärzten aufzubauen, die in Notstands- und Armutsgebieten der Dritten Welt unentgeltlich Hilfe leistet.

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand hat das Schermbecker Arztehepaar Brunhilde und Jens Möller mehrfach ehrenamtlich im Sinne Dr. Bernhard Ehlens an solchen Orten ihre medizinischen Dienste angeboten, wo den Menschen das Geld fehlt, sich einer dringend erforderlichen ärztlichen Behandlung zu unterziehen. Der letzte sechswöchige Einsatz führte Jens und Brunhilde Möller in einen Slum nach Kalkutta im Nordosten Indiens. Dort leben in der viertgrößten Stadt Indiens mehr als 14 Millionen Menschen. Anhand von Fotos und in Schilderzungen des Lebens der Slumbewohner vermittelte Dr. Brunhilde Möller einen Eindruck vom Leben der ärmsten Stadtbewohner. Die meisten leben mit drei Generationen in Einraumwohnungen. Gekocht wird auf offenem Feuer auf der Straße.

"Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Tuberkulosebekämpfung", berichtete Dr. Brunhilde Möller. Daneben treten Verbrennungen, Augenkrankheiten, Pilzinfektionen, Bronchitis und Asthma als besondere Krankheitsbilder auf. Wenn die Ärzte zum Ambulatorium kommen, stehen meist 100 bis 150 Patienten vor der Tür; viele sind in der Nacht angereist.

Im Herbst nach Manila

Erst werden die Schwerkranken behandelt; die anderen müssen nicht selten bis mittags warten. 14 Tage vor dem Ende eines freiwilligen Einsatzes kommt bereits das nächste ehrenamtlich arbeitende Ärzteteam. Auf diese Weise wird eine Kontinuität der Arbeit sichergestellt.

Ihren nächsten Einsatz für "Ärzte in der Dritten Welt" leisten Brunhilde und Jens Möller im Herbst in Manila auf den Philippinen. H.Sch.

www.aerzte3welt.de

Lesen Sie jetzt