Elend der Innenstadt beginnt über dem Erdgeschoss

DORSTEN Er hat mit der Ansiedlung von Kunden-Magneten wie Globus (heute: toom), C&A, H&M oder Rossmann das Gesicht der Innenstadt wesentlich mitgeprägt. Kein Wunder, dass ipe-Geschäftsführer Detlef Bernhardt die jüngste Diskussion über die Zukunft des Dorstener Zentrums aufmerksam verfolgte. Und natürlich eine eigene Meinung hat.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 05.03.2009, 14:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Elend der Innenstadt beginnt über dem Erdgeschoss

Detelf Bernhardt sieht die Entwicklung der Innenstadt nicht nur rosig

Denn, so reizvoll die Vision auch ist, dass sich alle gut 100 Immobilienbesitzer der Altstadt zusammensetzen, eine Gesellschaft gründen und mit Hilfe eines City-Managers in Dorstens Mitte die schöne, neue Einkaufswelt einrichten - bei einem erfahrenen Geschäftsmann wie Bernhardt überwiegt die Skepsis: "Ich sehe das sehr zwiespältig. Und mit einem gewissen Realismus betrachtet, werden sich viele gute Ideen wohl nicht realisieren lassen."

Das fängt damit an, dass der ipe-Geschäftsführer sich selbst nicht hineinreden lassen möchte, an wen seine Objekte vermietet werden: "Ich verfüge über genügend Fachkompetenz, um die Verträge selbst auszuhandeln. Und ich nehme für mich in Anspruch, dabei auch heute schon das Wohl der Innenstadt im Auge zu haben."Grausame Auswüchse

Grundsätzlich sei es natürlich positiv, wenn eine Sortiment-Abstimmung gelänge und attraktive Läden mit neuen Angeboten die Anziehungskraft des Stadtkerns beträchtlich erhöhten. Aber das wäre schon eine Leistung, wenn einer alle Grundstückseigentümer von einem Gesamtkonzept überzeugen könnte, zumal darunter einige Erbengemeinschaften sind.

Bernhardt: "Das Elend beginnt meist über dem Erdgeschoss. Die Hauptsache für viele ist es offenbar, eine gute Miete zu erzielen, wie es über den Läden aussieht, interessiert nur wenige. Da gibt es in der Stadt grausame Auswüchse. Es wäre schön, wenn man die Hauseigentümer in die Pflicht nehmen könnte." Insgesamt könne man bereits mit kleinen Maßnahmen große Wirkung erzielen. "Farblich abgestimmte Sonnenschirme der Marktplatz-Cafés würden der Stadt optisch gut tun", meint Bernhardt, "und auch eine echte Begrünung des Marktplatzes sollte kein Tabu mehr sein".

Würde ihn selbst die Aufgabe als Dorstener City-Manager mit weitreichenden Vollmachten reizen? "Ich mache meinen Job für ipe und bin damit voll ausgelastet. Ich denke, das ist auch ein Bekenntnis zu Dorsten."

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