Energiewende: Ortsteil in Dorsten soll zur „Speicherstadt“ werden

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Wasserstoff soll nach Willen der Politik die Energiewende vorantreiben. Alle Fraktionen fordern, dass Dorsten bei einem Gemeinschaftsprojekt mitmacht. Ein Ortsteil soll Speicherstadt werden.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 17.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wasserstoff gilt als idealer Speicher für große Energiemengen. Zudem stellen der Bund und die EU erhebliche Fördermittel für Wasserstoff-Projekte zur Verfügung. Gründe genug für die Dorstener Politik, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich für ein städteübergreifendes Projekt stark zu machen, von dem besonders ein Dorstener Stadtteil profitieren soll.

Klimaneutrale Versorgung

Unter dem Arbeitstitel „Speicherstadt“ sollen nämlich die Nachtspeicherheizungen in Wulfen-Barkenberg für eine klimaneutrale Versorgung des ganzen Stadtteils genutzt werden.

Dies ist die Forderung eines Kollektiv-Antrags, den die vier Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grüne und FDP jetzt auf Inititative des Umwelt- und Ausschussvorsitzenden Friedhelm Fragemann (SPD) an Bürgermeister Tobias Stockhoff gestellt haben.

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In dem Antrag für die nächste Ratssitzung (Mittwoch, 24. Juni, 17 Uhr, Petrinum-Aula) wird die Dorstener Stadtverwaltung beauftragt, die Teilnahme Dorstens an einem EU-förderfähigen Projekt mit den Städten Heiden, Herten und Dorsten vorzubereiten.

Vereinfacht gesagt, soll Heiden als regenerative „Energiequelle“ fungieren, während Dorsten im Bereich Wohnen und Herten in Gestalt seines Wasserstoff-Kompetenzzentrums im Bereich Gewerbe als „Energienutzer“ auftreten werden.

Ein Nachtspeicherofen aus den 1980er-Jahren (Symbolbild)

Ein Nachtspeicherofen aus den 1980er-Jahren (Symbolbild) © picture alliance / dpa

„Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist die umfangreiche und langfristige Speicherung vor regenerativ erzeugter Energie“, heißt es in dem Antrag. „Als Lösung bietet sich eine intelligente Verknüpfung der Gas-, Strom- und Wärmeinfrastruktur an“ - mittels Speicherung durch den Energieträger Wasserstoff.

Speicher in „Quartiersanlage“

Im Falle der Quartierslösung in Barkenberg hieße das: Der durch Wind und Solar in Heiden gewonnene Energie-Überschuss soll in Barkenberg in einer „Wasserstoffsquartiersanlage“ gespeichert beziehungsweise umgewandelt werden.

Energieversorger testen bereits seit Jahren, ob sich die in Deutschland immer noch zahlreich vorhandenen Nachtspeicherheizungen als Pufferspeicher für überschüssigen Strom nutzen lassen.

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„In Barkenberg ließe sich später auch eine Wasserstoff-Tankstelle anschließen“, so die vier Fraktionsvorsitzenden. Sie erklären, dass an diesem gemeinsamen Wasserstoff-Projekt der Städte Dorsten, Heiden und Herten unter anderem die Energieagentur-NRW und das Versorgungsunternehmen Westnetz „starkes Interesse“ bekundet hätten. „Vor allem steht aber eine massive EU-Förderung in Höhe von 70 bis 90 Prozent in Aussicht.“

Für die Stadt Dorsten fielen allenfalls Kosten für den Einsatz von Personal an, „die aber auch als förderfähig eingestuft werden könnten“.

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