Entscheidung über Teilnahme Dorstens an Internationaler Gartenschau steht unter Vorbehalt

mlzIGA Ruhrgebiet

Zwei Projekte hat Dorsten vorsorglich für die im Ruhrgebiet stattfindende IGA 2027 angemeldet. Die endgültige Teilnahme haben die Stadtoberen aber an zwei wichtige Voraussetzungen geknüpft.

Dorsten

, 05.10.2018, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die NRW-Landesregierung gab im Juli grünes Licht für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet. Dorsten hatte vorsorglich und fristgerecht zwei Projekte zur Auswahl für das Groß-Event angemeldet. Jetzt hat sich der Verwaltungsvorstand des Dorstener Rathauses mit der Frage befasst, ob Dorsten sich tatsächlich an der IGA beteiligen soll. „Ein aktiver Beitrag ist für uns vorstellbar“, erklärt Ludger Böhne von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage: „Die Entscheidung steht allerdings noch unter zwei Vorbehalten.“

Politik soll Planungs-Prioritäten festlegen

Zum einen müsse die Finanzierung der IGA abschließend geklärt werden – davon ist auch abhängig, mit welchen Fördermitteln die Stadt zu rechnen hat, wie hoch etwaige Eigenanteile für Dorsten sind. Zum anderen soll zunächst die Dorstener Politik angesichts der laufenden und geplanten großen Infrastruktur-Projekte in der Lippestadt („Wir machen Mitte“ etc.) und der dafür zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen eine Prioritätenliste erstellen. Und gleichzeitig entscheiden, ob die IGA darauf überhaupt einen vorderen Platz einnehmen soll.

Größtes Gartenfestival Deutschlands

Die IGA ist das größte Gartenfestival in Deutschland mit internationalem Publikum und findet alle zehn Jahre statt. Berlin richtete sie 2017 aus. Die nächste Gartenschau 2027 soll von den 53 Revierstädten getragen werden. Die Fäden laufen zusammen beim Regionalverband Ruhr (RVR), der nach ersten Planungen 2,6 Millionen Besucher und 245 Millionen Euro Investitionskosten erwartet. Bei der Mehrzahl der Projekte, mit denen sich das Ruhrgebiet präsentieren will, handelt es sich um fertige Gärten und Siedlungen, wie Nordsternpark oder Gruga. Die anderen Projekte, die sich zunächst einem Wettbewerb stellen müssen, stehen bislang lediglich auf dem Papier und sind noch nicht finanziert.

„Blaues Band“ und „Wasserstadt“

Dazu gehören die beiden Dorstener Vorschläge für das IGA-Unterprojekt „Unsere Gärten“. Sie tragen die Arbeitstitel „Blaues Band“ und „Wasserstadt“ und „sie sind bislang Gedankenskizzen, die erst nach entsprechendem Ratsbeschluss ausformuliert und zur Förderung angemeldet werden“, wie Ludger Böhne betont. Bei der ersten Idee geht es um eine millionenschwere Zukunftsvision für den Bereich Blauer See/ehemaliges Freibadgelände, mit ressourcenschonender Bebauung und naturnahen Freizeit-Erlebnisbereichen, für die Investoren mit ins Boot geholt werden würden.

Immer wieder Gespräche über Ex-Kohlehafen

Bei der zweiten Idee handelt es sich um die städtebauliche Entwicklung des ehemaligen Kohlehafens zwischen Lippe und Kanal. Das Gelände ist parallel zum Segelflugplatz gelegen. „Seit der Hafen außer Betrieb ist, und das ist er schon seit über anderthalb Jahrzehnten, gab und gibt es immer wieder Gespräche über den ehemaligen Kohlehafen – allerdings derzeit nichts konkret Greifbares“, erklärt Ludger Böhne.

„Bei Investoren sicherlich begehrt“

Die Fläche sei im gesamtstädtischen Kontext hoch attraktiv und wäre bei Investoren für eine mögliche Wohnnutzung sicherlich sehr begehrt. „Diese Nutzungen werden allerdings dadurch eingegrenzt, dass der Zechenhafen an das Naturschutzgebiet Lippeauen angrenzt“, so Böhne. Auch die Ziele des künftigen Regionalplanes Ruhr müssten berücksichtigt werden.

Noch hat der RVR übrigens laut Ludger Böhne noch keinen Termin genannt, bis zu dem die Stadt Dorsten sich entscheiden muss, ob sie an der IGA teilnimmt oder nicht.

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