Entsetzen bei Eltern: Sieben Eichen wurden gefällt

Nachspiel angekündigt

HOLSTERHAUSEN Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde ließ die Eichen auf dem Gelände des Familienzentrums „Hand in Hand“ fällen. Jörg Hochstrat und Thomas Schöller vom Elternrat der Einrichtung sind entsetzt und haben ein Nachspiel angekündigt.

25.10.2009, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Eichen auf dem Kindergartengelände wurden trotz des Widerstandes der Eltern gefällt.

Die Eichen auf dem Kindergartengelände wurden trotz des Widerstandes der Eltern gefällt.

Hochstrat weiter: „Pfarrer und Kirchenvorstände setzten sich über die Köpfe anderer Menschen hinweg und eigene Interessen durch. So zu handeln, ist sicherlich nicht mit einer christlichen Denk- und Lebensweise vereinbar.“ Auch das eigentliche Problem, als das der Befall mit Eichenprozessionsspinnerraupen dargestellt worden war, sei mit der Fällung der sieben Eichen inmitten eines Eichenwaldes auf dem Kindergartenaußengelände nicht beseitigt.

„Ganz im Gegenteil. Es wurden keine Maßnahmen ergriffen, um das Spielgelände von herabfallenden Raupen und deren Nestern zu schützen. Mit großem Gerät wurde gearbeitet, so dass es nur so von den Bäumen regnete. Spielgeräte wurden weder abgedeckt noch abgebaut. Die Säuberung und eine anschließende Begutachtung des jetzt mit feinsten Brennhärchen kontaminierten Geländes wurde nicht beauftragt. Erst jetzt sind die Kinder gefährdet. Bei Erkrankungen behalten wir uns rechtliche Schritte vor.“

Thomas Schöller ergänzt: „Ab Montag wird die Kindergartenleiterin das Außengelände sperren. Eventuell werden wir auch das Gesundheitsamt oder eine andere zuständige Behörde einschalten. Außerdem haben wir am Mittwoch einen Termin bei Superintendent Detlef Mucks-Bücker.“

Pfarrer Matthias Overath, der auf Nachfrage als Vorsitzender des Presbyteriums Stellung nimmt, hatte in einem Elternbrief am 21. Oktober über die Fällung der Bäume informiert. Für ihn sei es schade, dass es zu keiner einvernehmlichen Lösung gekommen sei. Zum Wohle der Kinder sei nur eine Fällung der Eichen in Frage gekommen. Einen Einsatz von Insektiziden habe die Gemeinde nicht verantworten wollen. Das Gelände soll auf Kontamination überprüft werden. Für die gefällten Bäume soll jetzt möglichst schnell eine Ersatzaufforstung stattfinden – mit bereits gut angewachsenen Bäumen.

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