Nach chaotisch organisierten Gartenarbeiten ist ein selbständiger Gärtner (34) aus Dorsten mit einer Verfahrenseinstellung davongekommen. © Werner von Braunschweig
Amtsgericht Recklinghausen

„Er ist ein Chaot“: Überforderter Gärtner zahlt Wiedergutmachung

Aufatmen für einen selbstständigen Gärtner aus Dorsten: Obwohl ihm nicht zum ersten Mal ein Auftrag über den Kopf gewachsen ist, kam der 34-Jährige um eine Betrugs-Verurteilung herum.

Nach chaotisch organisierten Gartenarbeiten ist ein selbstständiger Gärtner (34) aus Dorsten am Amtsgericht Recklinghausen noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Weil der Familienvater noch im Saal 1.250 Euro Schadenswiedergutmachung zahlte, stimmte auch die Staatsanwaltschaft einer Verfahrenseinstellung zu.

Ursprünglich war der 34-Jährige wegen Betrugs angeklagt gewesen. Auslöser waren von ihm lediglich begonnene, aber nicht zu Ende geführte Gartenarbeiten im Januar 2017. Der Garten- und Landschaftsbauer hatte nicht nur zwei Vermieter von durch ihn bestellten Baumaschinen finanziell vertröstet. Auch die Auftraggeber in Herten waren verärgert, weil sie zwar einen Vorschuss von rund 1.000 Euro gezahlt hatten, am Ende aber „nur ein heilloses Chaos hinterlassen“ worden war. Denn: Nach ersten Baggerarbeiten und dem Ausbringen von Split war der Dorstener plötzlich nicht mehr erreichbar gewesen.

„Er ist kein Betrüger, er ist schlicht ein Chaot“, sagte Verteidiger Sam Benecken und verwies auf dutzende Parallelaufträge, die dem Gärtner offensichtlich über den Kopf gewachsen waren. Dass der Angeklagte (zuvor schon wegen Betrugs verurteilt, aber auch schon freigesprochen) seine Mietschulden für die Baumaschinen noch im Saal in bar beglich, stimmte Gericht und Staatsanwaltschaft milde. Der Prozess endete ohne Urteil.

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