Erhitzte Gemüter im Gerichtssaal

DORSTEN Hitzig wurde die Stimmung zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen in der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht. Dabei ging es doch eigentlich "nur" um ein unterschlagenes Fahrrad.

von Andre Förster

, 05.03.2009, 12:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den fahrbaren Untersatz seines Bekannten hatte sich der 20-jährige Dorstener Angeklagte übers Wochenende ausgeliehen, jedoch nicht zurückgebracht. Dementsprechend wütend war der Zeuge, ein 24-jähriger Raesfelder Abbruchhelfer, der überdies mit der Cousine des Angeklagten verheiratet ist: "Das Rad habe ich vom Stiefvater des Angeklagten geschenkt bekommen, weil ich ihm beim Umzug geholfen hatte. Es nicht zurückzugeben, sich noch nicht einmal zu melden, finde ich eine Unverschämtheit."Verbaler Gegenangriff

Sich nicht bei seinem Bekannten gemeldet zu haben, bereute der Angeklagte. Er gab an, das Fahrrad sei geklaut worden. Überdies holte der erst seit September letzten Jahres aus einer langjährigen Haftstrafe entlassene 1-Euro-Jobber zum verbalen Gegenangriff aus: "Dass Du zur Polizei gehst, hätte ich nicht erwartet. Das ist eine Schweinerei. Und so etwas hat man in der Familie." Außerdem drohte er dem Bekannten: "Der soll froh sein, dass ich hier nicht alles über ihn auspacke."

Die Entscheidung, zur Polizei zu gehen, wälzte der Abbruchhelfer auf seine Ehefrau ab: "Sie hat mich dazu gedrängt, eine Anzeige zu machen." Da es sich bei dem Fahrrad, wie sich herausstellte, ohnehin um Diebesgut handelte, stellte Richterin Lisa Hinkers das Verfahren ein und beließ es bei einer Verwarnung des Angeklagten. Dieser reumütig: "Beim nächsten Mal weiß ich Bescheid."

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