Erik wünscht sich „Zeitschenker“

Neues Projekt

Erik ist ein pfiffiges Kerlchen. Neun Jahre alt, begeisterter Fußballer, Schwimmer und Hundefreund. Außerdem ist Erik um keine Antwort verlegen. Seinen Weihnachtswunsch äußert er treuherzig: "Ich hätte gerne jemanden, der mir Zeit schenkt."

Dorsten

, 21.12.2016, 06:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sabine und Erik Radeloff haben einen herzerwärmenden Weihnachtswunsch: "Zeitschenker" für den neunjährigen Erik, der ein sehr unternehmungslustiges Kerlchen ist.

Sabine und Erik Radeloff haben einen herzerwärmenden Weihnachtswunsch: "Zeitschenker" für den neunjährigen Erik, der ein sehr unternehmungslustiges Kerlchen ist.

Die Mobile Jugendhilfe Altstadt in der Katharinenstraße 8 betreut Erik und seine Mama Sabine Radeloff in sozialen und pädagogischen Belangen, seit Mutter und Sohn aus privaten Gründen vor anderthalb Jahren von Heiligenhafen in Schleswig-Holstein ins ihnen unbekannte Dorsten an der Lippe zogen. "Seitdem sind wir auf uns allein gestellt", sagt Sabine Radeloff.

Vom Vater getrennt

Vom Vater des Kindes lebt die Hauswirtschaftshelferin getrennt. "Er ist in Heiligenhafen geblieben." Ihre Familie, Großeltern und Geschwister, hat sie ebenfalls zurückgelassen. "Erik braucht Familienanschluss, jemanden, der neben seiner Mutter Zeit für ihn hat", erklären Hille Marienbohm und Kathrin Südholt von der Mobilen Jugendhilfe Altstadt. Voraussetzung sei, dass "die Chemie stimmt".

Erik hat in Heiligenhafen ein Internat für hörgeschädigte Kinder besucht: "Da war er von montags bis freitags und wurde mir nachmittags gebracht. Wir hatten nur das Wochenende für uns", sagt Sabine Radeloff. Als sie mit ihrem Jungen nach Dorsten zog, offenbarten sich ihr erstmals Probleme, von denen sie wegen der Internatbetreuung ihres Kindes nichts ahnte: "Ich brauchte Hilfe vom Jugendamt", gibt sie unumwunden zu. Nach anderthalb Jahren ist sie mit Erik ein Herz und eine Seele. Und sie hofft, dass Erik mit seinem gewinnenden Wesen andere Menschen für sich einnimmt.

Unternehmungslustig

Erik besucht montags bis freitags nachmittags die Glück-Auf-Schule in Gelsenkirchen, eine Förderschule, danach den offenen Ganztag. Spätnachmittags ist er dann wieder bei seiner Mutter in Dorsten. Die beiden unternehmen viel zusammen, doch Erik entbehrt Oma und Opa, Onkel und Tanten, die er an Wochenenden und in den Ferien in Heiligenhafen hatte. "Zeitschenker, darüber würden wir uns freuen", werben Hille Marienbohm und Kathrin Südholt für eine Premiere in der Mobilen Jugendhilfe. Denn Erik soll kein Einzelfall bleiben, wenn es gelingt, ihm Menschen zu vermitteln, die ihn neben seiner Mutter unter ihre Fittiche nehmen.

"Ich fahr' ganz schnell Fahrrad und spiele gerne mit Hunden", verrät das Kind. Denn als Stubenhocker will seine Mutter ihn nicht aufwachsen sehen. Wer mit ihm Schritt halten kann, "der lernt einen sehr liebenswerten Jungen kennen", sagt Hille Marienbohm.

Interessenten wenden sich zunächst an Hille Marienbohm oder Kathrin Südholt, Tel. (02362) 6066290.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt