Baugebiet Beerenkamp/Schwickingsfeld in Dorsten. © Michael Klein
Meinung

Es braucht neue Denkmuster für den Wohnungsbau in Dorsten

Bauen wollen, aber nicht dürfen: Viele Dorstener Familien würden gerne ein eigenes Haus beziehen. Doch es fehlt an Bauland oder geeigneten Kaufimmobilien.

Im Dorf Hervest würden junge Familien gerne Bauland haben. Bekommen sie vorerst aber nicht. Die Politik würde gerne Wünsche erfüllen. Darf sie aber nicht, obwohl Dorsten rechnerisch große Baulandreserven hat.

Die datieren aus einer Zeit, als die Zeche geschlossen wurde und Dorsten als strukturschwache Gemeinde galt und deshalb mehr Flächen für Gewerbe und Wohnen zugebilligt bekam. Zwischenzeitlich hat sich in Dorsten wirtschaftlich viel getan. Der Wohnungsbau war zunächst kein zentrales Anliegen.

Das rächt sich nun im regionalen Wettstreit der Gemeinden. Ein Regionalplan für die Metropole Ruhr wird bis 2024 aufgestellt. Es soll ein eigenständiges Verfahren für einen sachlichen Teilplan Wohnbauflächen geben. Hier herrscht noch Unklarheit, weil Flächen dem Bedarf und der Bevölkerungsentwicklung angepasst werden sollen und lediglich im Tausch zu anderen Gebieten bebaut werden dürfen.

Das hat in Dorsten schon für Verstimmungen gesorgt. Um sich von den überregionalen Vorgaben nicht zu sehr knebeln zu lassen, müssten in Dorsten alternative Gedankenmuster gewebt werden. Der Architekt und Ruhrparlamentarier Thomas Boos wirbt für Aufstockung und Verdichtung innerhalb bestehender Baugebiete. Das setzt voraus, dass bestehende Bebauungspläne zügig modifiziert werden. Das könnte dann ein Weg aus der Misere um zu wenig Platz neue Häuser sein.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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