Das Faden-Kunstwerk zum Thema Respekt wurde zerstört. © Jungblut
Meinung

Es reicht! Angriff auf Kunstwerk in Dorsten ist feige und respektlos

Die Sprüh-Attacke auf das „Respekt“-Kunstwerk in Dorsten ist nicht nur feige und respektlos, sondern angesichts ähnlicher Vorfälle auch Zeichen einer problematischen Entwicklung.

Menschenwürde, Demokratie und Respekt – diese drei Schlagworte mit Leben zu füllen, haben sich Stadtrat und Bürger mit Unterzeichnung der „Dorstener Erklärung“ auf die Fahnen geschrieben. Die „Ideenfabrik Stadtsfeld“ hat bewusst den Begriff „Respekt“ aufgegriffen und ihn von Kindern, Künstlern, kirchlichen Gruppen umsetzen lassen.

Wie jetzt das „Respekt“-Kunstwerk der Künstlerin Brigitte Stüwe verschandelt worden ist, ist nicht nur respektlos, sondern vor allem feige. „Es reicht“, hat der Schmierfink anonym und im Schutze der Nacht auf das Fadenwerk geschrieben.

Wo bleibt der Mut, im offenen Gegenüber Meinungen auszutauschen? Wie kommt es, dass ein einziges Wort wie „Respekt“ ausreicht, um diese Zerstörungswut auszulösen? Ein Wort also, dass doch zu Höflichkeit, Toleranz und Wertschätzung aufrufen soll?

Das sind Fragen, die nicht nur die Künstlerin bewegen, sondern die sich alle stellen, die über diese Attacke empört sind.

Problematische Entwicklung

Und es ist ja nicht die einzige Schmiererei, die dem Stadtsfelder Projekt und der Künstlerin widerfahren ist. Zeichen einer problematischen Entwicklung, zu der man laut und vielstimmig sagen sollte: „Es reicht!“. Aber auch Zeichen dafür, dass man Schlagworte wie Menschenwürde, Demokratie und Respekt zwar wohlfeil erklären kann, sich aber leider immer Menschen weigern werden, diese zu verstehen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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