Bestechung bei Schulfotografie - ist das Gymnasium Petrinum betroffen?

Landgericht Bochum

Der Chef und ein Vertriebsleiter eines Foto-Unternehmens aus Gelsenkirchen sind verdächtig, Lehrer und Schulleiter bestochen zu haben. Auch das Petrinum soll betroffen sein.

Dorsten, Bochum

, 20.02.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Landgericht Bochum beginnt der Prozess.

Am Landgericht Bochum beginnt der Prozess. © Helmut Scheffler (A)

Die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft hat in einer 97 Seiten umfassenden Anklage 354 Fälle der besonders schweren Beamtenbestechung aufgelistet. Mindeststrafe: ein Jahr Haft pro Einzelfall. Außerdem geht es um Steuerhinterziehung. Der Fall wird vor dem Landgericht Bochum verhandelt.

Spenden, Gutscheine und Geld versprochen

Zwischen 2012 und 2018 soll die Foto-Firma deutschlandweit von Berlin, über Hamburg bis nach München in Serie Lehrer und Schuleitern mit versprochenen Spenden an Fördervereine, Gutscheinen oder Bargeld bestochen haben, um an die lukrativen Schulfoto-Aufträge zu kommen. Unter anderem auch am Gymnasium Petrinum in Dorsten, am Hittorf-Gymnasium in Recklinghausen und an der städtischen Realschule in Datteln.

Die Höhe der Schmiergeld-ähnlichen Zuwendungen soll sich prozentual am Umsatz der verkauften Fotomappen orientiert haben. Der Umsatz der 354 verdächtigen Schulfoto-Aktionen soll sich auf mehr als drei Millionen Euro belaufen.

Verdacht der Bestechlichkeit

Parallel zu den zwei Verantwortlichen der seit Jahrzehnten etablierten Foto-Firma hat die Staatsanwaltschaft monatelang auch Ermittlungen gegen Hunderte Lehrer und Schuldirektoren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit geführt. Für den Prozess sind vorerst acht Verhandlungstage bis zum 20. April anberaumt.

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