Europa im Kampf gegen Korruption

Raesfeld Führende Korruptionsbekämpfer und Fachleute aus 16 europäischen Ländern trafen sich von Sonntag bis Dienstag im Schloss Raesfeld zum Erfahrungsaustausch und zur Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen die Korruption.

18.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Tagung mit Vertretern aus Justiz und Verwaltung, Wissenschaft und Forschung, aus Ermittlungsbehörden und nicht zuletzt aus der Wirtschaft gehört zu den wichtigsten Treffen europäischer Praktiker.

"Trotz zahlreicher nationaler und internationaler Bemühungen gilt der Kampf gegen Korruption im öffentlichen wie im geschäftlichen Bereich noch immer als eine große Herausforderung", kommentierten Tagungsteilnehmer ihre Anmeldung und spielten damit auf aktuelle Ermittlungsverfahren wie beim Siemens-Konzern und auf noch immer nicht gelöste Aufgaben deutscher Gesetzgebung an.

In diesem Jahr widmete sich die Tagung vor allem der Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und der Korruptionsprävention. So wurden Stellung und Aufgaben von Compliance-Officern in Unternehmen sowie ihre Rolle im Gefüge der strafrechtlichen Korruptionsbekämpfung beleuchtet.

Im Bereich der Verhütung von Korruption bemühte sich die Tagung erneut um die Gewinnung und den Schutz von Hinweisgebern und Zeugen sowie um sinnvolle Ergänzungen und Verbesserung behördeninterner Kontrollsysteme. Ein dritter Schwerpunkt dieser Veranstaltung lag in der Betrachtung so genannter "Twinning-Projekte", einer Initiative der europäischen Union zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Europa.

Neues Terrain erkundet

Daneben wurden durch entsprechende Fachvorträge weitere Ansatzpunkte erörtert und neues Terrain erkundet. So referierte Oberstaatsanwalt Jürgen Kapplinghaus über die Begleitung europäischer Korruptionsverfahren durch EUROJUST, einer europäischen Einrichtung zur Verbesserung der Internationalen Rechtshilfe, und Prof. Dr. von Alemann, Dekan des Philosophischen Instituts und stellvertretender Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Parteienrecht der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, in gleich zwei Vorträgen über die Ergebnisse eines EU-Forschungsauftrages zur Korruption und über die Möglichkeiten der Wissenschaft und der Forschung zur Unterstützung der Korruptionsbekämpfung.

Lesen Sie jetzt