Ex-Tennislehrer akzeptiert Haftstrafe und wartet auf weiteren Prozess

mlzKeine Revision

Der Dorstener Tennislehrer will gegen das Urteil des Essener Landgerichts nicht vorgehen und akzeptiert die vier Jahre und neun Monate Haft. Das hat die Essener Staatsanwaltschaft bestätigt.

Dorsten

, 05.03.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dem 39-jährigen Angeklagten dürfte ohnehin klar sein, dass das Urteil von Ende Februar nur ein Zwischenschritt war. Die Polizei ist nach Angaben des Gerichts noch immer damit beschäftigt, sämtliche Chatverläufe des ehemaligen Tennislehrers auszuwerten. Im Anschluss könnte es eine weitere Anklage wegen Anstiftung zum sexuellen Missbrauch geben.

Frauen zum Missbrauch angestiftet

Die vier Jahre und neun Monate Haft hatte sich der Angeklagte eingebrockt, weil er zugegeben hatte, mehrere Frauen dazu gebracht zu haben, ihre eigenen Kinder in sexuelle Handlungen einzubeziehen. Die Frauen, die aus ganz Deutschland stammen und den Tennislehrer über verschiedene Chatportale kennengelernt hatten, machten unter anderem intime Fotos von ihrem Nachwuchs oder brachten die Kinder zu Treffen mit dem Angeklagten mit.

Entschuldigung im Prozess

In seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung hatte sich der Tennislehrer bei seiner Familie und allen Betroffenen entschuldigt. Er habe gelogen und betrogen und könne sich deshalb selbst nicht mehr ertragen. Die Zeit in Haft wolle er dazu nutzen, „den schlechten Teil meiner Persönlichkeit auszurotten“, sagte er den Richtern.

In dem eventuellen neuen Prozess wird auch wieder die Frage der Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung im Mittelpunkt stehen. Bisher hat das Essener Landgericht von der Anordnung dieser Maßregel abgesehen.

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