Luftbildaufnahme von Hervest: Hier sind etliche Neubaugebiete entstanden, aber nördlich der Lippe gibt es viele Einfamilienhäuser aus den begehrten Baujahren. Ihr Preis ist enorm gestiegen. © 3d.ruhr
Coronavirus

Extreme Preisentwicklung in Dorsten bei älteren Einfamilienhäusern

Die Corona-Pandemie hat die Sehnsucht nach eigenen vier Wänden gesteigert. Und damit die Preise für Wohneigentum in die Höhe getrieben. Das führt zu erstaunlichen Entwicklungen.

Normalerweise legt der Gutachterausschuss einmal jährlich seine Analyse des Immobilienmarktes für Dorsten, Marl und Gladbeck vor. Doch 2020 ist alles andere als ein normales Jahr. Das zeigt sich auch bei den Preissteigerungen für Immobilien. Wegen der Entwicklungen hat der Gutachterausschuss eine Zwischenanalyse vorgelegt. Und die spiegelt „extreme Preisentwicklungen“ für Wohneigentum in Dorsten wider.

Wer aktuell auf der Suche nach einem Haus ist oder eines verkaufen möchte, sollte sich intensiv mit dem Markt beschäftigen, rät der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in den Städten Dorsten, Gladbeck und Marl. Denn die Geschäftsstelle registriert derzeit extreme Preisentwicklungen. Darüber informiert die Pressestelle der Stadt Dorsten in einer Mitteilung.

Die Preisentwicklung bei den älteren Einfamilienhäusern in Dorsten, Gladbeck und Marl ist erstaunlich, sagt der Gutachterausschuss. © privat © privat

„In 2020 stehen Einfamilienhäuser extrem hoch im Kurs. Insbesondere ältere Objekte aus den Baujahren 1950 bis 1974 wurden zu hohen Preisen gehandelt und auch in anderen Baujahresgruppen wurden steigende Preise registriert“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne.

Er bestätigt damit exakt die Eindrücke, die Immobilienfachleute der Dorstener Geldinstitute oder Makler in Dorsten im Laufe des Jahres gewonnen haben. Wer als Hauseigentümer zu hoch pokert, muss allerdings mit den Folgen leben. Er bleibt sehr wahrscheinlich auf seinem Eigentum sitzen. „Bei Mondpreisen gehen die Häuser nicht weg“, sagte in einem früheren Gespräch ein Immobilienexperte der Vereinten Volksbank in Dorsten.

Durchschnittliche Preise um bis zu 30 Prozent gestiegen

Mit professionellen Rat funktioniert der Verkauf augenscheinlich aber doch. Mitte November zeigt die Analyse des Gutachterausschusses: Die durchschnittlichen Preise für freistehende Einfamilienhäuser sind in allen drei Städten in nur einem Jahr um etwa 20 bis 30 Prozent angestiegen.

„Die Auswertung beschreibt die Baujahresgruppe mit der größten Preissteigerung. Diese Preisentwicklung kann nicht auf andere Baujahresgruppen übertragen werden, die anderen Marktfaktoren unterliegen. Die zugrundeliegenden Einzelpreise haben aufgrund unterschiedlicher Qualitäten der Objekte außerdem eine große Schwankungsbreite“, kommentiert Ludger Böhne die außergewöhnlichen Abweichungen bei den Einfamilienhäusern älterer Baujahre.

Bei Kaufverträgen Niveau der Vorjahre erreicht

Die Anzahl der im Corona-Jahr 2020 registrierten Kaufverträge (alle Teilmärkte) liegt übrigens auf dem Niveau der Vorjahre. Viele weitere Daten der örtlichen Immobilienmärkte finden Käufer und Verkäufer im jährlichen Grundstücksmarktbericht unter www.boris.NRW.de. Die Daten helfen bei der Einschätzung, ob der Preis einer Immobilie auch ihrem Wert entspricht.

Der vollständige neue Grundstücksmarktbericht, der dann alle Zahlen für das Jahr 2020 berücksichtigt, wird – wie in jedem Jahr – Ende März veröffentlicht.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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