Fahrplan klar: So wird das bunte Mega-Wollzelt in Dorsten entstehen

mlzDie gute Corona-Nachricht

Weltweit gibt es 50 „Tipis der Begegnung“ - auch die Dorstener können nun in einer großen Häkel-Aktion ein solches Mega-Zelt aus 2000 Wollstücken fertigen. Hier die Infos und Abgabestellen.

Dorsten

, 04.11.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das perfekte Projekt in diesen kontaktarmen Zeiten: Einzeln kreativ werden für das große gemeinsame Ganze. Als bekannt wurde, dass auch für Dorsten eines der weltweit bekannten „Tipis der Begegnung“ hergestellt werden soll, stand bei Mit-Initiatorin Ulrike Baldauf das Telefon nicht mehr still: „Alle wollten wissen, wie und wann es losgeht und wie das funktioniert.“

Inzwischen hat die „Dorstener Sternlauf-Gruppe“, die die Aktion unter der Überschrift „Stricken und häkeln gegen den Corona-Blues“ ins Leben gerufen hat, einen „Fahrplan“ abgestimmt. Ziel ist es, das aus Wollstücken zusammengesetzte Tipi an Ostern öffentlich zu präsentieren - womöglich im Bürgerpark Maria Lindenhof.

Sechs Meter lange Bambusstangen

Ein solches kegelförmiges Tipi, indianischen Behausungen nachempfunden, hat gewaltige Ausmaße: Sechs Meter hoch sind die Bambusstangen, das Zelt hat einen Durchmesser von fünf bis sechs Metern.

„Erfunden“ hat die Mega-Wollwerke, die bei Festivals global zu bewundern sind, die Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck, die auch die Urheberrechte hat. „Sie wird auch das Dorstener Projekt begleiten“, sagt Ulrike Baldauf.

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Nun können die Dorstener loslegen, 2000 Quadrate in einer Größe von 15 mal 15 Zentimetern zu stricken und zu häkeln, in unterschiedlichen Farben und Mustern. „Auch ich habe schon mal etwas ausprobiert, obwohl ich keine große Strickerin bin“, sagt Ulrike Baldauf. Gewünscht ist Acryl-Wolle, „die ist wetter- und lichtbeständiger als andere Wollsorten“.

Wolle auch abzuholen

Wer gerne mitmachen möchte, sich aber keine Wolle leisten kann, kann sich an Henning Lagemann (Stadtteilbüro „Wir machen Mitte, Gahlener Straße 9) wenden, der das mit Mitteln aus dem Bürgerfonds finanzierte Projekt mitbetreut. Nach Absprache unter Tel. (02362) 2140542 können sich Interessierte dort die Wolle abholen.

Die ersten Woll-Quadrate sind gehäkelt. Ulrike Baldauf (Sternlauf-Gruppe) und Henning Lagemann (Stadtteilbüro "Wir machen Mitte") betreuen das Tipi-Projekt.

Die ersten Woll-Quadrate sind gehäkelt. Ulrike Baldauf (Sternlauf-Gruppe) und Henning Lagemann (Stadtteilbüro „Wir machen Mitte") betreuen das Tipi-Projekt. © Michael Klein

Ob Einzelpersonen, Familien oder Gruppen (wenn sie sich denn treffen dürfen): Sie alle können fertige Quadrate oder Wollspenden an insgesamt neun Abgabestellen abgeben. „Sie alle haben als Erkennungsmerkmal ein laminiertes Hinweisschild mit dem Foto eines Tipis an der Tür“, sagt Henning Lagemann

Zeit, die Quadrate zu stricken und zu häkeln, ist noch bis zum Valentinstag am 14. Februar des kommenden Jahres. „Wenn ungefähr 1000 Quadrate da sind, wird die Künstlerin nach Dorsten kommen, um uns zu zeigen, wie sie zusammengefügt werden müssen“, so Ulrike Baldauf.

Und im letzten Arbeitsschritt wird dann die Zeltdecke unter dem Motto „Verflixt und zugenäht“ zum Patchwork zusammengefügt. Wo, wann und von wem, das ist noch abhängig von den dann womöglich noch geltenden Corona-Bedingungen.

Auch Stoff für Kissenbezüge nötig

Und wenn sich die Dorstener nun so ins Zeug legen, dass mehr als 2000 Woll-Quadrate zusammenkommen? „Wäre auch gut“, sagt Ulrike Baldauf. Sollte es nämlich am Ende mehr Woll-Lappen geben als für das Tipi benötigt, so werden daraus Kissenbezüge gefertigt, auf denen die Besucher des Indianer-Zelts dann sitzen und liegen können, um den lichtdurchflutete Innenraum des Tipis bewundern zu können.

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Das fertige Zelt wird im LWL-Wohnhaus „Im Werth“ sowie im „Vereinsheim im Bürgerpark“ (ViB) gelagert. Hier kann es für Stadtfeste und ähnliche Veranstaltungen, bei denen Menschen zusammenkommen oder sich treffen wollen, ausgeliehen werden. „Die Bewohner des LWL-Hauses und die Quartiershausmeister werden beim Auf- und Abbau tatkräftig mithelfen“, sagt Henning Lagemann.

Vielleicht das letzte seiner Art

Das Dorstener Mega-Wollzelt dürfte übrigens ein ganz besonderes werden. Weil Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck nach Angaben der Initiatoren ihr Tipi-Projekt nach inzwischen fast 50 existierenden Exemplaren auslaufen lassen will, könnte das hiesige „Tipi der Begegnung“ die letzte Ausgabe sein, die überhaupt hergestellt wird.

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Hier können die fertigen Woll-Quadrate oder die Wollspenden abgegeben werden:
  • Lebenshilfe-Center, Suitbertusstraße 14
  • Familienbildungsstätte Dorsten/Marl, Beethovenstraße 1
  • Gemeindecaritas Dorsten, Westgraben 18
  • Mobile Jugendhilfe Altstadt, Katharinenstraße 8
  • Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“, Gahlener Straße 9
  • LWL-Wohnhaus, Im Werth 64
  • Dorsten-Treff, Lippestraße 41
  • Buchhandlung „schwarz auf weiß“, Freiheitsstraße 3
  • Bioladen „Mühle Mense“, Glück-Auf-Straße 17
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