Der Einbruchdiebstahl passierte im Stadtteil Hardt. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Gerichtsprozess

Familienschmuck und Geld weg: Reisender Einbrecher macht fette Beute

Ein reisender Wohnungseinbrecher vom Balkan hat bei einem Wohnungseinbruch in Dorsten Bargeld und Schmuckstücke mitgehen lassen. Der Schaden war groß. Jetzt wurde ihm der Prozess gemacht.

Welchen Beruf der Angeklagte ausübt? Die Staatsanwaltschaft brachte es in der Anklageschrift auf den Punkt: als „reisender Wohnungseinbrecher“ wurde der 43-jährige Kosovare mit serbischem Pass dort tituliert. Eine seiner „Geschäftsreisen“ führte den Mann vor zwei Jahren auch nach Dorsten – und hier machte er damals fette Beute.

Der Mann, der sich am Mittwoch (2. Dezember) vor dem Dorstener Schöffengericht für diese Tat verantworten musste, machte am 18. November 2018 im Stadtteil Hardt Station.

Dort brach er in einem Wohnviertel die Terrassentür des Anwesens eines älteren Ehepaares auf, drang in das Einfamilienhaus ein und entwendete dort Bargeld (1120 Euro in Scheinen) und viele Schmuckstücke, darunter einige, an denen wichtige Erinnerungen der Besitzer hängen.

Lange Liste

Als die Hauseigentümer abends nach Hause zurückkehrten, mussten sie zu ihrem Schrecken feststellen, was alles an Schmuck fehlte. Die Staatsanwältin listete im Einzelnen auf: sieben Ketten aus Gold und Silber, zwei goldene Armbänder, zwei goldene Broschen, vier Uhren, eine Taschenuhr, sechs goldene und silberne Damenringe, ein Herrenring, zwei Paar goldene Eheringe sowie zwei Paar Manschettenknöpfe aus 333er Gold und Silber.

Der Wert der gestohlenen Pretiosen wurde mit 5000 Euro angesetzt, die Beute verkaufte der Tatverdächtige anschließend weiter.

Gegenüber der Polizei hatte der Angeklagte, der später nach einem weiteren Einbruch in Ravensburg (Oberschwaben) festgenommen worden war, in den Vernehmungen zum Dorstener Fall geschwiegen. Sein Pech: er hinterließ am Tatort auf der Hardt eine DNA-Spur, die ihn eindeutig überführte.

Noch mehr Vorwürfe

Im Gerichtssaal legte er deshalb über seinen Anwalt wohl oder übel ein Geständnis ab, weitere Angaben machte er nicht. So blieb unklar, wo er in Deutschland lebte, ob er Mittäter hatte. Fest steht nur: Der 43-Jährige, der seit Jahresanfang in U-Haft sitzt, wurde auch von den Staatsanwaltschaften Paderborn, Münster und Dortmund gesucht. Vorwurf: Einbruchsdiebstähle in Privathäuser.

Das Dorstener Schöffengericht gab dem Plädoyer der Staatsanwältin statt: ein Jahr und drei Monate Haft, der Geldwert der Beute soll beim Angeklagten eingezogen werden. Allerdings dürfte der Mann noch etwas länger in Haft bleiben: Vom Amtsgericht in Ravensburg hatte er zum Beispiel bereits 18 Monate Haft bekommen, in Münster und Olfen stehen noch Gerichtstermine aus.

Ausreise nach der Haft

Inzwischen hat das zuständige Regierungspräsidium die Ausreise des Serben verhängt, sie soll in Kraft treten, wenn er die Hälfte der Gesamtfreiheitsstrafe abgebrummt hat: mit Einreiseverbot von drei Jahren, ansonsten droht ihm das Absitzen der Reststrafe.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt