FDP will dicken Kindern in Dorsten Beine machen

mlzGesundheitsförderung

Etwa jedes zehnte Kind in Dorsten ist zu dick. Die FDP-Fraktion will das ändern. Die Liberalen haben deshalb einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet.

Dorsten

, 28.07.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Liberalen berufen sich in ihrem Antrag für die erste Ratssitzung nach der Sommerpause (im September) u.a. auf eine Statistik des Kreises Recklinghausen aus dem Jahr 2015. Demnach waren bei der üblichen Schuleingangsuntersuchung 6,3 Prozent der untersuchten Kinder übergewichtig, 4,6 Prozent sogar adipös.

Vereine sollen ihre Sportart vorstellen

Die FDP glaubt nicht, dass sich an diesen Werten in den letzten Jahren gravierend etwas geändert hat. Sie schlägt deshalb vor, an allen Grund- und weiterführenden Schulen in Dorsten „mindestens einmal im Jahr“ einen Gesundheitstag auszurichten. „Neben einer Ernährungsberatung geht es uns auch um eine Vernetzung mit den örtlichen Sportvereinen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Tristan Zielinski. „Denn in Dorsten gibt es ein äußerst vielfältiges Vereinswesen im Sportbereich.“

Statistik

Immer mehr Betroffene

Der Anteil von Kindern mit Übergewicht steigt an, je älter sie werden. Eine deutschlandweite Untersuchung des Robert-Koch-Instituts ergab zwischen 2009 und 2012, dass unter den 11- bis 17-Jährigen bereits ein Fünftel zu viel wog. Als Erwachsener ist nach Erhebnungen des Statistischen Bundesamtes dann fast jeder Zweite übergewichtig - eine erhebliche Belastung auch für das Gesundheitssystem.

Die FDP kann sich vorstellen, dass Vereine bei dem jeweiligen Gesundheitstag ihre Sportart vorstellen. Je nach Altersgruppen wären auch Blutdruck- und Diabetestests und Tipps für die richtige Ernährung denkbar. „Die Gesundheit ist ein wichtiger Baustein für die individuelle Lebensqualität“, sagt Zielinski. „Sie hängt vielfach mit erlernten Ernährungsgewohnheiten zusammen, die bereits im frühen Alter geformt werden.“

Mit dem Gesundheitstag sollen also nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern erreicht werden. Ob der Vorschlag der Liberalen organisatorisch machbar ist, soll die Stadtverwaltung prüfen - falls der Antrag im September eine Mehrheit findet.

Ein Musterbeispiel findet sich übrigens in der Nachbargemeinde Raesfeld und setzt noch früher an. Die dortige Kita „Villa Purzelbaum“ wird vom Kreissportbund Borken getragen und vom Land sogar als „anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“ gefördert.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt