Dieses Müllchaos hinterließ in der Nacht zum Freitag eine Gruppe, die sich am Spielplatz-Pavillon im Judenbusch zum Feiern traf. © Privat
Umweltverschmutzung

Feiernde Gruppen hinterließen am Wochenende in Dorsten eine Menge Müll

Corona-Regeln sind gelockert, es ist Sommer, immer mehr Gruppen treffen sich wieder draußen - einige lassen ihren Müll einfach liegen. Am Wochenende häuften sich solche Bilder in der Stadt.

Als Monika Hoffmann (Name geändert) am Samstag mit den Hunden im „Judenbusch“ am Segelflugplatz unterwegs war, war sie entsetzt: „Eine feiernde Gruppe hatte in der Nacht zuvor am Kinderspielplatz ihren ganzen Abfall zurückgelassen“, sagt sie. „Das sieht echt extrem aus.“

Nicht die einzige Stelle in der Lippestadt, die nach dem Wochenende so ausgesehen hat. Eine Leserin beschwerte sich über einen Riesen-Abfallberg nahe der Hohenkamp-Brücke am Lippedamm und in Dorstener Facebook-Gruppen tauchten Nachher-Fotos von Zusammenkünften auf, deren Teilnehmer ihren Unrat ebenfalls nicht mitnahmen – wie an der neuen Freitreppe am Kanal an den Mercaden oder am Stadtkrone-Bauwerk im Bürgerpark.

Scherben und Leergut

Monika Hoffmann fand im Holzpavillon des Judenbusch-Spielplatzes Überreste eines Trinkgelages vor: „Kästen mit Leergut, überall lagen Flaschen herum, dazu Pizzakartons und Imbissschalen, auf der Tischtennisplatte Unmengen Scherben. „Die habe ich zum Teil weggeräumt, das kann ja sehr gefährlich werden“, so die Dorstenerin, die am Montag die Stadt informierte.

Der Verfasser des Facebook-Beitrags über den Müll an der neuen Kanal-Freitreppe schrieb, es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass es dort so aussieht. „Die jungen Leute, die man dort sieht, haben entweder keine Erziehung oder sind zu faul, den Müll in die Mülleimer dort zu werfen.“

Sein Vorschlag: Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt solle dort auch abends kontrollieren und „dabei so viel Engagement zeigen wie zuletzt bei der Überprüfung der Maskenpflicht“.

Auch die Freitreppe am Kanal ist regelmäßig vermüllt.
Auch die Freitreppe am Kanal ist regelmäßig vermüllt. © Privat © Privat

Die Bilder, die in den Sozialen Netzwerken zu sehen waren, ärgern auch Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Bei allem Verständnis dafür“, dass viele Menschen jetzt Nachholbedarf haben, sich draußen zu treffen, „kann dieser aber nicht so groß sein, dass der Verstand aussetzt“.

Der Kommunale Ordnungsdienst wird gewisse Bereiche noch stärker in den Blick nehmen als bisher, so die Stadt: „Auch die Quartiershausmeister sind regelmäßig unterwegs und halten die Augen nach Müll und Müllsündern offen. In den Sommerferien werden städtische Flächen auch durch Wachdienst-Kräfte bestreift.“

Ein gutes Mittel zur „Nachhilfe“ könnte laut Stadt die „Rote Karte gegen Verschmutzung in der Stadt“ sein: Das Wegwerfen von Zigarettenkippen, Kaugummi, Verpackungen, Einwegbechern, Flaschen, Flyern etc. wird mit einem Bußgeld von 200 Euro bestraft, heißt es da. Brigitte Greef vom Ordnungsamt weist darauf hin, dass solche Vergehen „nicht verhandelbar sind und rigoros bestraft werden“.

Zahl der Müllbehälter erhöht

Die Anzahl der Mülleimer sei in den vergangenen Jahren deutlich erhöht worden, sodass es ausreichend Möglichkeiten geben sollte, seinen Müll überall ordnungsgemäß zu entsorgen. Sollte das nicht der Fall sein, ist die Stadt für Hinweise dankbar unter Tel.: (02362) 665603. Jegliche Müllgefäße werden zudem regelmäßig geleert.

Ausdrücklich in Schutz nimmt Bürgermeister Stockhoff die Stadtmitarbeiter, die an sechs Tagen pro Woche mit der Reinigung städtischer Flächen vertraut sind. „Sie gehen einem echten Knochenjob nach und arbeiten an der Belastungsgrenze.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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