Felix (6) ist auf dem Weg zum Großmeister

Hochbegabter Schachspieler

Ein Sechsjähriger aus Dorsten-Rhade ist ein außergewöhnliches Schachtalent. Das bescheinigt ihm sein Trainer, Klaudio Kolakovic, das bescheinigen auch Schiedsrichter und Gegner, mit denen es das Kind bislang zu tun hatte.

Dorsten

, 28.08.2015, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Felix (6) ist auf dem Weg zum Großmeister

Felix freut sich über jedes Blitzschachmatch und nimmt die Gegner wie sie kommen. In seiner erst einjährigen Spielpraxis hat er 70 bis 80 Partien gewonnen. Und alle Gegner waren älter, meist sogar deutlich älter.

Dabei spielt Felix erst seit einem Jahr. Aber er ist von dem Denksport hin und weg: „Schach ist so interessant“, schwärmt der Erstklässler. „Jede Partie ist anders, es entstehen immer neue Bilder und neue Muster“, sagt er auch. Die Rolle der Figuren, König, Dame, Läufer, Turm, Springer und Bauern, hat der Pfiffikus blitzschnell erkannt. Seitdem schiebt er sie auf dem Feld umher, als wäre er als Schlachtenführer geboren. Vor einem Jahr entdeckte der Erstklässler seine Vorliebe für das Spiel. "Ich hatte so Langeweile zuhause", erklärt er. Flugs bot ihm Papa Robert Wittek eine Partie an. Seitdem ist er dafür entflammt.

Einer wie der kleine Felix Wittek ist dem Sozialpädagogen und begeisterten Schachspieler Klaudio Kolakovic unter 160 Schülern in seinen Schachkursen noch nicht untergekommen. „Felix ist trotz seiner sechs Jahre unendlich geduldig. Er ist extrem neugierig. Und absolut ehrgeizig. Er hat ein unglaubliches Spielverständnis für sein Alter und hervorragende Eröffnungskenntnisse“, preist Kolakovic seinen Schützling an, der mit Fünf zum ersten Mal im „Trainingslager“ in der TOT Rhade auftauchte.

Einziges Defizit: „Er konnte anfangs nicht verlieren. Dabei kommt es beim Schach erst einmal nicht aufs Siegen an.“ Felix‘ Potenzial schätzt sein Trainer und Betreuer außerordentlich hoch ein: „Alle Großmeister haben so wie er im frühen Kindesalter mit dem Schach angefangen und dabei herausragendes Talent offenbart“, prophezeit Kolakovic dem Jungen aus Rhade eine große Zukunft am Schachbrett. Deshalb trainiert Felix auch noch zweimal wöchentlich im Schachverein, beim SV Südlohn.

Nach drei Stunden gesiegt

 Kürzlich hat Felix nach dreistündiger Partie bei den Recklinghäuser Schachwochen Paul Puchalla aus dem Feld geschlagen: „Der ist über 70 und spielt seit mehr als 55 Jahren“, weiß der Kleine. Herausforderern seines Alters begegnet Felix aus Rhade bei den offiziellen Turnieren jedenfalls nicht. Alle zählen mehr Lebensjahre als er selbst. Aktuell ist Felix deutschlandweit der zweitbeste Spieler in der Kinderklasse. Der ab Siebenjährigen wohlgemerkt. Doch Felix beeindruckt die Rangliste wenig. Er nimmt die Gegner, wie sie kommen. Meist fallen sie ihm zum Opfer: „Ich habe 70 bis 80 Partien gewonnen“, schätzt das clevere Kerlchen. So versucht er, zuhause einen Trainingspartner auszubilden. Seinen Bruder Justus. Doch die Aussichten sind trübe: „Ich versuche es, aber er kapiert es nicht.“ Justus kann es noch nicht mit aufnehmen – er ist drei.

 

 

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