Schwarzgeld-Prozess: Firmenchef zahlt 50.000 Euro

mlzLandgericht Essen

Viele Fragen, wenige Antworten: Der Schwarzgeld-Prozess gegen den Chef einer Dorstener Firma und dessen Ex-Buchhalterin aus Castrop-Rauxel ist ohne Urteil zu Ende gegangen.

Dorsten/Essen

, 27.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Vorwürfe hatten es in sich: Eine Dorstener Firma sollte durch ein System der Verschleierung jahrelang die Sozialkassen betrogen haben. Der angebliche Schaden: rund 600.000 Euro. Eindeutig beweisen ließ sich das im Prozess vor dem Essener Landgericht aber nicht.

Praktiken blieben nicht folgelos

Folgenlos blieben die Unternehmens-Praktiken für die Verantwortlichen trotzdem nicht. Der ehemalige Chef des Unternehmens - ein 43-jähriger Mann aus Dorsten - hat bereits 50.000 Euro an die Landeskasse gezahlt. Seine frühere Buchhalterin aus Castrop-Rauxel, die eine völlig untergeordnete Rolle inne hatte, hat sich bereit erklärt, 800 Euro zu überweisen. Im Gegenzug wurden beide Strafverfahren eingestellt.

Vorwurf ließ sich nicht eindeutig feststellen

Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich davon ausgegangen, dass die Dorstener Firma, die Handwerker auf Baustellen schickt, Scheinrechnungen in die eigene Buchhaltung eingepflegt hat. Dadurch sollten auf dem Papier angeblich Kosten produziert werden, die gar nicht existierten. Statt die Rechnung zu begleichen - so der Vorwurf - sei das Geld unter der Hand an die Mitarbeiter geflossen, denen offiziell nur sehr geringe Löhne gezahlt worden seien.

Dadurch hätten dann auch die Kranken- und Rentenkassen einen zu geringen Anteil erhalten. Genau dieser Vorwurf ließ sich jedoch nicht eindeutig feststellen.

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