Fitnessclubs dürfen öffnen: Ein Dorstener hatte seine Finger im Spiel

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Aufatmen bei den Fitnessclubs: Sie dürfen am 11. Mai wieder eröffnen. Der Geschäftsführer eines Dorstener Unternehmens war wohl maßgeblich an der Entscheidung beteiligt.

Dorsten

, 07.05.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Homeoffice - das galt in den letzten Wochen auch für die vielen tausend Mitglieder der Fitnessclubs in Dorsten. Sie durften keine Hanteln stemmen oder aufs Laufband gehen, sondern mussten sich selbst in Form halten. Unterstützung gab es allenfalls in Form von Videos, aber ab 11. Mai darf wieder in gewohnter Umgebung und in Begleitung der bekannten Coaches trainiert werden.

„Drei Wochen intensive Lobbyarbeit“

Einer, der offenbar maßgeblich an der Entscheidung von Bund und Ländern beteiligt war, ist Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg. „Drei Wochen intensive Lobbyarbeit mit selbst auferlegtem Sicherheits-, Hygiene- und Abstandskonzept haben sich ausgezahlt“, bestätigte er.

Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg hat in den letzten Wochen an einem Konzept zur Wiedereröffnung der Fitness-Branche mitgearbeitet.

Injoy-Geschäftsführer Paul Underberg hat in den letzten Wochen an einem Konzept zur Wiedereröffnung der Fitness-Branche mitgearbeitet. © privat

Underberg wird in der Branche als einer der führenden Köpfe genannt, die in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München einen Weg aufgezeigt haben, wie die Clubs auch in der Corona-Zeit wieder öffnen können. Das hat die Politiker offenbar überzeugt, auch wenn die exakten Auflagen am Donnerstag noch nicht veröffentlicht waren. Wahrscheinlich ist, dass ...

  • ... die Abstandsregeln gelten und nur eine begrenzte Anzahl an Mitgliedern und Kursteilnehmern zeitgleich trainieren darf,
  • ... einige Geräte gesperrt bleiben oder aber regelmäßig desinfiziert werden müssen,
  • ... die Duschen gesperrt bleiben,
  • ... die Maskenpflicht mindestens für Mitarbeiter der Clubs gilt.

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Wie groß die finanziellen Sorgen der Unternehmen sind, lässt sich gut am Beispiel von Injoy verdeutlichen, das einen sehr guten Ruf in der Branche genießt. Der Fitnessclub an der Borkener Straße hatte im April seine fast 4000 Mitgliedern um einen Vorschuss auf den Mitgliederbeitrag während der Zwangspause gebeten, auf den sie später sechs Prozent Zinsen bekommen sollen. Mit dem „banksicheren Konzept“ hoffte Paul Underberg, die „hohen fünfstelligen Kosten pro Monat im Unternehmen abfedern“ zu können.

Auch andere Clubs können es „kaum erwarten“

Auch die anderen Clubs in Dorsten können es angesichts der wirtschaftlichen Nöte „kaum erwarten, am Montag den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen“, teilte beispielsweise der Olymp Sportpark via Facebook mit. Das Unternehmen hatte im März nur einen Tag nach der Wiedereröffnung an der Kirchhellener Allee schließen müssen.

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Be Fit an der Bismarckstraße, das in diesem Jahr eigentlich eine Erweiterung vorgesehen hat, will nach sieben Wochen Zwangspause am kommenden Montag ebenfalls wieder öffnen, wartet aber nach eigenen Angaben noch auf weitere Informationen zu den Abstands- und Hygienevorschriften.

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