Flüchtlinge in Dorsten werden in der kommenden Woche gegen das Coronavirus geimpft (Symbolbild). © picture alliance / dpa
Corona-Impfung

Flüchtlinge in Dorsten werden in der kommenden Woche geimpft

Viele Angehörige der Prioritätsgruppe 2 sind bereits geimpft, Flüchtlinge in Unterbringungseinrichtungen mussten bislang noch warten. Das soll sich in Dorsten bald ändern.

In der Zentralen Untereinbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Dorsten im alten Petrinum halten sich derzeit 78 Menschen auf. Diese sind noch nicht gegen das Coronavirus geimpft, obwohl sie zur Prioritätsgruppe 2 gehören. Der relativ langsame Fortschritt bei der Impfung dieser Gruppe wurde von der Opposition im NRW-Landtag kritisiert.

Für die Impfung in den Untereinbringungseinrichtungen sind, anders als in fast allen anderen Bereichen, nicht die Kreise und kreisfreien Städte, sondern die Bezirksregierungen verantwortlich. Für Dorsten ist das die Bezirksregierung in Münster, vor Ort wird die Einrichtung vom Arbeiter-Samariter-Bund geleitet. „Die Impfung wird voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden. Die Vorbereitungen sind getroffen, wir haben unter den Bewohnern eine Abfrage bezüglich ihrer Impfbereitschaft durchgeführt“, erklärt Ulrich Tückmantel, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage.

Impfung mit Johnson & Johnson

Das Landesministerium hat für diese Impfungen, ähnlich wie bei den Wohnungslosen, den Impfstoff von Johnson & Johnson vorgesehen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass bei diesem Impfstoff keine Zweitimpfung erforderlich ist. „Wir können nicht sicher sagen, wann die Bewohner die Einrichtung wieder verlassen. Deswegen ist es absolut sinnvoll, diesen Impfstoff zu verwenden“, erläutert Ulrich Tückmantel die Hintergründe. Die Verlegung von Flüchtlingen werde zentral von der Bezirksregierung in Arnsberg organisiert.

Die Versorgung der zentralen Unterbringungseinrichtungen wird über das Impfzentrum des Kreises sichergestellt, mobile Teams kümmern sich um die Auslieferung der jeweils erforderlichen Dosen.

70 Prozent lassen sich impfen

Die Reaktionen der im alten Petrinum lebenden Flüchtlinge auf das Impfangebot sind gemischt. „Da gibt es in der ZUE keine besonderen Auffälligkeiten“, meint Ulrich Tückmantel dazu. Laut Bezirksregierung wurde 54 der 78 Bewohner ein entsprechendes Angebot gemacht. Die übrigen Bewohner sind entweder noch zu jung für eine Impfung oder es steht bereits fest, dass sie die Einrichtung vor der Impfung bereits verlassen haben werden. 38 der 54 Bewohner haben Interesse an einer Impfung zum Ausdruck gebracht, das entspricht einer Quote von rund 70 Prozent.

Die Stadt Dorsten teilt auf Anfrage mit, dass die Impfaktion in Dorsten vom Sozialamt der Stadt in enger Absprache mit der Wohnungslosenhilfe organisiert werde. „Über die Wohnungslosenhilfe stehen zwei Ärzte bereit, die Impfungen durchführen“, informiert die Stadt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte Ende April 48.000 Impfdosen von Johnson & Johnson erhalten und angekündigt, diese zunächst für die Impfung von Wohnungslosen einzusetzen.

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Bastian Becker
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