Seltener Flussregenpfeifer sucht Brutplätze an der Lippe

Kleiner Watvogel

Der Flussregenpfeifer ist perfekt an das Leben am Wasser angepasst. Der Watvogel kommt nun aus seinen warmen Winterquartieren an die Ufer der Lippe zurück. Doch es fehlen Brutplätze.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 06.04.2021, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Flussregenpfeifer fühlt sich am Ufer der Lippe wohl, ist dort aber selten geworden.

Der Flussregenpfeifer fühlt sich am Ufer der Lippe wohl, ist dort aber selten geworden. © Nabu

Die ersten Paare des selten gewordenen Flussregenpfeifers sind an der Lippe im Kreis Recklinghausen gesichtet worden. Mit seiner sandbraunen Gefiederfärbung, seinem schwarzen Stirnband und dem gelben Augenring fällt der rund 15 Zentimeter kleine Vogel kaum auf. Seine Leibspeise: Insekten, Larven und Weichtiere, die knapp unter der Wasseroberfläche oder zwischen Kieselsteinen leben.

Gelege zwischen Steinen kaum zu erkennen

Flussbegradigungen haben dem Flussregenpfeifer, der zu den sogenannten Watvögeln zählt, die Lebensgrundlage genommen. „Vögel, wie der Flussregenpfeifer, brauchen geschützte Habitate, denn ihre Gelege zwischen den Steinen sind kaum zu erkennen“, sagt Gunnar Jacobs vom Lippeverband. „Unsere Renaturierungsarbeiten zielen darauf ab, solche geschützten Habitate zu schaffen, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen.“

Mit dem Schwimmbagger kann der Lippeverband das Gewässer besonders schonen dvon künstlichen Begrenzungen befreien. Hier wird die Lippe breiter, flacher und lebendiger, denn besonders Fische, Eisvögel oder Uferschwalben fühlen sich in den natürlichen Randzonen wohl.

Mit dem Schwimmbagger kann der Lippeverband das Gewässer besonders schonen dvon künstlichen Begrenzungen befreien. Hier wird die Lippe breiter, flacher und lebendiger, denn besonders Fische, Eisvögel oder Uferschwalben fühlen sich in den natürlichen Randzonen wohl. © Lippeverband

Dazu schafft der Lippeverband bereits seit 1995 durch Abtragungen von Randbereichen neue flache Uferzonen – so wie die Lippe ursprünglich durch Nordrhein-Westfalen floss - als ein Gewässer mit vielen Schlingen, Kurven, Inseln und Auengebieten, in denen sich das Wasser ausweiten darf und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum bietet.

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Durch das Programm „Lebendige Lippe“ schaffen Emschergenossenschaft und Lippeverband neue Habitate für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dadurch ist an der Lippe die Biodiversität erheblich gestiegen – ein herausragendes Projekt ist die renaturierte Lippe-Mündung in Wesel mit mehr als 600 nachgewiesenen Tier- und 425 Pflanzenarten.

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