Auch in der Jagd ist die Emanzipation angekommen. Der Anteil von Frauen in den Kursen zum Jagdschein wächst. (Symbolbild) © picture alliance / Armin Weigel/dpa
Meinung

Frauen auf der Pirsch durchs Männerreich: Jetzt jagen sie auch noch

Der Frauenanteil unter den Jagdscheinanwärtern steigt ständig. Eine weitere Männer-Bastion gerät ins Rutschen. Unsere Autorin wirft einen leicht ironischen Blick auf die Jäger und Sammler.

Diese Frauen machen ja wirklich vor gar nichts halt. Keine Männerdomäne ist ihnen mehr heilig. Bundeskanzlerin, Vorstandsvorsitzende, Intendantin, Astronautin, eventuell sogar DFB-Präsidentin, Generalin oder Chefredakteurin. Unfassbar!

Irgendwie kann ich verstehen, dass den Männern auch 2021 noch Angst und Bange wird beim Blick auf das immer heftiger erstarkende Geschlecht, das jetzt auch noch gendergerechte Sprache einfordert.

Jetzt scheint eine weitere Bastion der Männlichkeit einzustürzen. Ja, Jungs, Ihr werdet Euch daran gewöhnen müssen, dass es immer mehr Jäger*innnen geben wird. Als jung und weiblich beschreiben die Jagdverbände einen Großteil ihrer Kursteilnehmer*innen.

Für das sogenannte „Grüne Abitur“ drücken sie in sieben Monaten 120 Stunden die Schulbank, legen schriftliche, mündliche und praktische (Schieß-)prüfungen ab, stehen in aller Herrgottsfrühe auf und ziehen legal erlegten Kaninchen nach dem Fangschuss gekonnt das Fell über die Ohren.

Das waren noch Zeiten, als der Jäger und Sammler das selbst geschossene Stück Fleisch daheim auf den blitzblanken Küchentisch warf und der Frau befahl, daraus ein leckeres Abendessen zu bereiten. Nicht mal das ist den armen Männern geblieben.

Sie tun mir fast mehr leid als das Wild, das den zielsicheren Jägerinnen vor die Flinte kommt.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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