Fünf Generationen in einer Familie sind selten - fünf Generationen Frauen noch seltener

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Lischen Hundt ist 95 Jahre alt und noch immer top fit. Die lebhafte Seniorin hat ihre Lebensfreude an die Frauen in ihrer Familie weitergegeben. Vier Generationen folgen ihrem Beispiel.

Lembeck

, 11.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Positiv durch das Leben gehen, das hat sich Lischen Hundt zur Aufgabe gemacht. Und das macht sie auch mit ihren 95 Jahren noch.

Die Seniorin hat ein aufgeschlossenes Wesen und weiß, was sie will. Diese offene und fröhlich Art hat sie an ihre Kinder, Enkelkinder, Urenkel und sogar an die gerade einmal sieben Monate alte Ur-Ur-Enkelin weitergegeben. Somit ist sie die Begründerin einer Dynastie an „Schöne Frauen“. Sie hat zwei Töchter, vier Enkelkinder, zwei Ur-Enkel und sogar eine Ur-Ur-Enkelin.

Am Samstag, 22. Februar, feierte die lebensfrohe Frau ihren 95. Geburtsag im Kreise ihrer Familie. „Alle waren da an meinem Geburtstag, das war so schön“, freut sie sich. Aber auch sonst hat Lischen Hundt keine Langeweile.

Bewegtes Leben mit Lebensfreude gemeistert

Tochter Elke Schöne (74) denkt zurück und sagt über ihre Mutter: „Sie ist immer eine lustige Mutti gewesen.“ Und das, obwohl sie ein bewegtes Leben hatte. Geboren ist Lischen Hundt in Vorpommern auf einem Bauernhof. Dort arbeitete sie fleißig mit. 1942 heiratete sie und zog 1960 mit ihrem Mann Bruno Hundt und den zwei Kindern nach Heiligenhaus. Im Jahr 1993 verstarb ihr Mann.

Aber auch davon ließ sich die lebensbejaende Frau nicht unterkriegen. Sie lernte nach vier Jahren des Witwen-Daseins einen neuen Mann kennen und lebte mit ihm erst in Celle und später in Lembeck. Sie lebte mit ihrem neuen Lebensgefährten Karl, wie Tochter Elke sagt, „in wilder Ehe“. Aber auch Karl verstarb vor vier Jahren.

Lieber ins Heim statt zur Tochter

Danach verschlug es Lischen Hundt ins Altenheim in Lembeck. „Hier fühlt sie sich wohl und sie lässt es sich gutgehen. Das hat sie sich nach einem arbeitsreichen Leben und den Kriegswirren auch redlich vedient“, so Tochter Elke Schöne.

„Ich hätte auch zu meiner Tochter gekonnt, aber ich wollte in Lembeck bleiben“, sagt Lischen Hundt. Ihre Tochter bestätigt das: „Ja, unsere Mutti hatte bis dahin viele Freundschaften in Lembeck geschlossen durch ihre offene Art und wollte deshalb nicht zu mir nach Rhade kommen.“

Lischen Hund 95 Jahre Zimmer

Lischen Hundt ist mit ihren 95 Jahren noch immer topfit - und das hat seinen Grund. © Laura Schulz-Gahmen

Im Heim versteht sie sich mit allen gut. „Ich mache hier so viel, Langeweile habe ich keine“, sagt sie selbst. Auch Tochter Elke Schöne schwärmt vom Seniorenzentrum St. Laurentius: „Die Betreuung hier ist toll und die Mitarbeiter sind alle nett und richtig menschlich.“

Damit Lischen Hundt auch weiterhin so fit ist wie jetzt, unternimmt sie viel: „Ich spiele Gesellschaftspiele, lese vor, gehe Kegeln, mache Gymnastik und bin im Singkreis dabei“, zählt sie auf. „Ich bin selten auf meinem Zimmer, da passiert ja auch nicht viel. Es gefällt mir hier so gut und es ist immer irgendetwas los“, ergänzt sie.

Alle „Schöne Frauen“ sind wie Lischen Hundt

An ihrem 95. Geburtstag traf sich die Seniorin mit ihren Freundinnen in einem Café. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Dorsten, Christel Briefs, schaute vorbei und gratulierte der 95-Jährigen. „Sie hatte so viel Spaß, dass sie meinte, sie käme nächstes Jahr wieder“, erinnert sich Lischen Hundt.

Viele Wünsche für die Zukunft hat sie nicht, außer: „Gesundheit für Jung und Alt.“ Die Frauen in der Familie haben alle ein Stück Persönlichkeit von Lischen Hundt abbekommen. Elke Schöne sagt: „Unsere Mädels sind alle ein bisschen wie meine Mutter. Wir sind alle offen, fröhlich und haben keine Berührungsängste. Selbst unsere kleine Ezda zeigt schon mit ihren sieben Monaten, dass sie ein offenes und fröhliches Kind ist.“

Die Familie um Lischen Hundt hofft, dass sie noch lange etwas von ihrer lebenslustigen Mutter, Großmutter, Ur-Oma und Ur-Ur-Oma hat.

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