Fünf Tipps für ein entspannteres Familienleben in Corona-Zeiten

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Hausaufgaben und Vokabeln sind ein ständiger Kampf? Der Haussegen hängt schief? Eine Lerntherapeutin aus Dorsten gibt Tipps, wie man das ändern kann.

Dorsten

, 15.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schulschließungen im Frühjahr haben die Nerven von Eltern und Kindern strapaziert und auch jetzt, wo alles in einigermaßen geregelteren Bahnen läuft, liegen die Nerven oft blank. Die Dorstenerin Gaby Hasenjürgen ist Lehrerin, Lerntherapeutin und Buchautorin. Kürzlich ist ihr Fachbuch „SchADSkiste – Lernen mit Aufmerksamkeit“ erschienen, das sie gemeinsam mit Jochen Klein geschrieben hat.

Zwar richte sich das Buch an ein Fachpublikum und beziehe sich auf Kinder mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS), für Eltern gibt sie in der Dorstener Zeitung aber gerne Tipps, damit das Lernen für die Schule auch zu Hause klappt.

Die Dorstenerin Gaby Hasenjürgen gibt Tipps für ein entspannteres Familienleben.

Die Dorstenerin Gaby Hasenjürgen gibt Tipps für ein entspannteres Familienleben. © Privat

Grundsätzlich sei es wichtig, Zuversicht zu vermitteln. Wie das gelingen kann? „Durch positive Erfahrungen und Rückmeldung“, erklärt Gaby Hasenjürgen. „Dafür muss man einen Ressourcenblick entwickeln.“ Was sich nach Fachchinesisch anhört, ist in der Praxis mit einfachen Techniken umsetzbar. Diese fünf Tipps schlägt die Lerntherapeutin vor.

1. Das Ressourcenplakat

„Nichts stärkt den Menschen mehr, als das Vertrauen, das man ihm entgegen bringt“, erklärt Gaby Hasenjürgen. Für Schüler, die vielleicht schon blockieren, weil sie schlechte Lernerfahrungen gemacht haben und nicht gut in der Schule sind, sei ein Ressourcenplakat besonders hilfreich.

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Darauf schreiben Eltern, Geschwister, Oma, Onkel oder Tante unter den Satz „Du schaffst das, weil …“ Teilsätze, die das Kind stärken und ihm Selbstvertrauen geben. „Du schaffst das, weil du schon gelernt hast Fahrrad zu fahren“, könnte die Vervollständigung sein. Das Plakat wird dann an eine Stelle geheftet, die das Kind regelmäßig sieht, beispielsweise an die Kühlschranktür.

2. Das Murmelglas

Das Murmelglas ist eine andere Methode, die vor allem zu einem veränderten Blick der Eltern auf das Kind führt. Und so geht’s: Die Eltern füllen im Laufe des Tages ein leeres Glas mit Murmeln. Immer dann, wenn das Kind etwas gemacht hat, das die Eltern positiv wahrnehmen, legen sie eine Murmel ins Glas. „Das kann sein, wenn das Kind die Spülmaschine ausräumt oder es die Eltern freundlich anlächelt“, nennt Gaby Hasenjürgen Beispiele.

So könnte ein Mumrelglas am Ende des Tages aussehen.

So könnte ein Mumrelglas am Ende des Tages aussehen. © Privat

Der zweite Schritt sei dann der entscheidende. In einer ruhigen Minute oder am Abend setzen sich Eltern und Kind zusammen und reden über die Murmeln im Glas und in welchem Momenten sie hineingewandert sind.

3. Die Bohnengeschichte

Ähnlich wie die Murmelglas-Methode funktioniert die Idee mit den Bohnen. Der Vorteil: sie ist auch für unterwegs geeignet. „In die linke Hosentasche stecke ich am Morgen eine Handvoll Bohnen oder Linsen. Immer wenn die Bezugsperson etwas positives bemerkt, wandert eine Bohne von der linken in die rechte Hosentasche“, erklärt die Lerntherapeutin das Prinzip.

4. Erreichbare Ziele schaffen

Wenn es um das Lernen oder um Hausaufgaben geht, sei es wichtig, erreichbare und realistische Ziele zu schaffen. Die Aufforderung „Lerne dich zu konzentrieren“ sei viel zu ungenau. „Besser ist es, dem Kind konkret zu zeigen, wann es sich richtig gut konzentriert“, so Gaby Hasenjürgen. Wer das Kind, während es konzentriert spielt, darauf hinweist, der zeigt nicht auf die Fehler, sondern auf das Können, die Ressourcen des Kindes. „Wenn du dich hier konzentrieren kannst, dann schaffst du das auch bei den Hausaufgaben“, könnten die lobenden Worte lauten.

5. Betonen, was gut geklappt hat

Grundsätzlich können die eigenen Fähigkeiten über den Blick auf das, was klappt, gestärkt werden. Das gilt auch bei der Vokabelabfrage. „Du kannst schon sechs von zehn Vokabeln“ sei motivierender als der Hinweis: „Du kannst vier Vokabeln immer noch nicht.“

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