Aktion Adventslichter

Für die Adventslichter sind bereits 9.300 Euro gespendet worden

Die Dorstener halten der Aktion „Adventslichter“ die Treue. Der erste Kassensturz kann sich sehen lassen. Neben vielen Sachspenden wurden schon 9.300 Euro gespendet - mehr als 2019.
Die Dorstener Wohlfahrtsverbände entzünden wieder Adventslichter. © picture alliance / dpa

Unter den ersten Spendern war wieder die Dorstenerin, die die Aktion der örtlichen Wohlfahrtsverbände in jedem Jahr mit 1.000 Euro unterstützt. „Somit sind für die Gesamtaktion schon 7.500 Euro im Adventslichter-Topf, der Rest verteilt sich auf alle bisher erschienen Einzelfälle“, freut sich „Schatzmeister“ Patrick Domin vom organisierenden Caritasverband Dorsten. (Stand: 9.12.)

Trotz der Corona-Pandemie sind die Dorstener nicht spendenmüde, wissen sie doch, dass ihre Spende bedürftigen Menschen vor Ort, ohne Abzüge, zugute kommt.

Menschen halten in schwierigen Zeiten zusammen

Christiane Wittek von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) freut sich, dass die Menschen gerade auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten. „Direkt nach dem Aufruf zur Aktion, in dem ich vom letztjährigen Fall einer Seniorin berichtete, die sich sehnlichst einen Spezialitätenkorb gewünscht hat, habe ich für diese Dame abermals ein solches Geschenk erhalten“, erzählt sie.

Fast alle Dorstener Wohlfahrtsverbände sind bei der Aktion wieder dabei - hier ein Foto aus dem Vor-Corona-Jahr 2019.
Fast alle Dorstener Wohlfahrtsverbände sind bei der Aktion wieder dabei – hier ein Foto aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. © Bianca Glöckner (A) © Bianca Glöckner (A)

Besonders gefreut hat sich Christiane Wittek jedoch für einen querschnittsgelähmten Klienten. Gleich der zweite Adventslichter-Fall eines 27-jährigen Dorsteners, der nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt ist, habe eine „explosiv gute“ Resonanz gehabt. Der junge Mann, der nach vielen Monaten im Krankenhaus und in der Reha-Klinik versucht, in seiner kleinen Wohnung anzukommen und den Alltag zu bewältigen, benötigte viele Haushaltsgegenstände für die neue Wohnung.

Fast alle Wünsche wurden erfüllt

„Fast alle seiner Wünsche wurden ihm erfüllt“, sagt die AWO-Mitarbeiterin. Die Reaktion des 27-Jährigen darauf sei herzergreifend gewesen. „Ich würde vor Freude am liebsten in die Luft springen“, habe er seiner betreuenden AWO-Mitarbeiterin, die ihm die Spenden vorbeibrachte, mit Tränen in den Augen gesagt. Und sie gefragt: „Womit habe ich das verdient?“ „Die AWO-Schwester hat dann mit ihm zusammen geweint“, erzählt Christiane Wittek.

Ein „Engel der AWO“

Sie lobt diesen „Engel der AWO“: „Meine Kollegin hat die Spenden in ganz Dorsten eingesammelt und dem 27-Jährigen nach Hause gebracht.“ Bei ihrer „Sammeltour“ war sie beeindruckt von den vielen Menschen, die für diese Aktion stehen. Für viele sei es eine Herzenssache mitzumachen, erläutert Andrea Schlüter vom Caritasverband. Bei ihr laufen alle „Adventslichter“-Fäden zusammen. „Die Menschen sind so glücklich darüber, dass sie in der Vorweihnachtszeit Anderen eine Freude machen können.“

So war es bestimmt auch im Falle einer 16-jährigen Dorstenerin, die sich einen Schminktisch wünschte. Susanne Warnke von der Mobilen Jugendhilfe Altstadt hatte gleich fünf Schminktisch-Angebote für die junge Frau, die mithilfe des Spiegels und ihrer Psychotherapie lernt, nach schlimmen Schicksalsschlägen ihr eigenes Spiegelbild wieder betrachten zu können.

Zusammenarbeit mit dem Kaktus-Laden der Dorstener Arbeit

Übrigens: Auch wenn es mehr Angebote für einzelne Fälle gibt, gehen die Sachspenden nicht verloren. „Die Gegenstände werden zum Kaktus-Laden der Dorstener Arbeit gebracht und dort für einen kleinen Obolus anderen Dorstenern gegeben, die auch nicht viel Geld haben“, erläutert Andrea Schlüter. Bei dieser Gelegenheit bedankt sie sich sehr bei Detlef Sauer vom Kaktus-Laden, der seit Jahren den Transportdienst für de Adventslichter-Aktion übernimmt.

Viele Dorstener möchten gerne ihre Spenden persönlich den Hilfsbedürftigen überreichen. „Das ist verständlich, aber leider nicht möglich“, betont Andrea Schlüter. Das habe mehrere Gründe: Es gehe wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen und aus Datenschutzgründen nicht. Und: „Die Menschen schämen sich auch dafür, dass sie hilfsbedürftig sind und möchten nicht bekannt werden.“

ADVENTSLICHTER-AKTION 2020

So funktioniert‘s

  • Vom 1. Dezember bis Heiligabend veröffentlichen wir an jedem Erscheinungstag (samstags zwei) eine Schilderung über eine konkrete Notlage oder einen konkreten Wunsch, zum Schutz der Betroffenen in anonymisierter Form.
  • Jeder der insgesamt 24 Fälle bekommt eine Fall-Nummer. Wer Sach- oder Geldspenden einem bestimmten Fall zukommen lassen möchte, nennt auf seiner Überweisung einfach diese Nummer. Aber auch finanzielle Spenden für die Gesamtaktion, die dann gerecht verteilt werden, sind willkommen. Die Konten-Nummern veröffentlichen wir mit den Fällen. Unter jedem Fall ist ein zuständiger Ansprechpartner vermerkt.
  • Spenden gehen an: Vereinte Volksbank Dorsten, IBAN DE86424614350136300602; Sparkasse Vest Dorsten, IBAN DE07426501500011100898. Empfänger ist bei beiden Banken jeweils der Caritasverband Dorsten.
  • Spenden bis 200 Euro werden vom Finanzamt ohne Bescheinigung anerkannt. Ein Kontoauszug ist dafür ausreichend. Ab 200 Euro wird eine Bescheinigung ausgestellt. Wer für einen speziellen Fall spenden möchte, bitte die jeweilige Fall-Nummer angeben. Spenden für die Gesamtaktion sind auch möglich.

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