Fußgänger-Ampeln sorgen in Dorsten immer wieder für Frust - Wir haben Ampeln getestet

mlzAmpel-Check

Als Fußgänger steht man in Dorsten des Öfteren mal länger und wartet darauf, dass die Ampel grün wird, nur damit man weitergehen kann. Wir haben uns dazu gestellt und einige Ampeln getestet.

Dorsten

, 10.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lange Wartezeiten an Fußgänger-Ampeln ärgern Dorstener immer wieder. Wir haben Sie bei Facebook gefragt, an welcher Ampel Sie als Fußgänger am längsten stehen. Als Reaktion wurden viele Kommentare auf unserer Facebook-Seite gepostet.

Diese Ampeln nervten Fußgänger am meisten

Fabienne Ternes kommentierte: „Abgesehen von dem Übergang der Mercarden ist die Ampelphase bei Enning eine Katastrophe. Teilweise muss man als Fußgänger zwei Ampelphasen, also knapp 3 Minuten, warten.“

Marjorie Ann McLean schrieb: „Also, die Ampelkoordination an den Mercaden ist verbesserungswürdig.“

Die Fußgänger-Ampel unterhalb von Toom in Richtung Bahnhof soll auch nerven. Lucas Gerritz hatte kommentiert: „Die Fußgängerampeln vor Toom in Richtung Bahnhof und Stadtsfeld. Seit über 10 Jahren absolut erbärmlich diese Ampelschaltung. Ich als junger Mensch komme über beide Ampeln. Jeder Rentner muss mindestens auf der Verkehrsinsel nochmal warten. Im normalen Gehtempo wird die andere nämlich wieder rot.“

Kreuzung Gladbecker Straße Ampel Autos

An der Kreuzung zwischen den Tankestellen Esso und SB auf der Gladbecker Straße steht man unterschiedlich lang. © Laura Schulz-Gahmen

Auch die Ampel an der Kreuzung zwischen Esso- und SB-Tankestelle an der Gladbecker Straße war ein Thema. Sabine Kri schrieb dazu: „Mercaden und nach der Esso Richtung SB-Tankstelle.“ Wir haben einige Fußgänger-Ampeln getestet, um zu schauen, was dran ist am Fußgänger-Frust.

An der Fußgänger-Ampel Kreuzung Mercaden wartet man lange

Beim Test der Fußgänger-Ampeln an der Kreuzung an den Mercaden stehen wir um 10.40 Uhr im Regen. Von den Mercaden in Richtung Sonnenstudio warten wir 46 Sekunden. In die andere Richtung dauert es deutlich länger. Ganze 2 Minuten und 28 Sekunden stehen wir im Regen. Auf der anderen Straßenseite angekommen, fragen wir einen Passanten, der bei dem Wetter schnell nach Hause möchte, wie er die Ampelschaltung hier so findet. Er antwortet: „Für viele Fußgänger ist es ein richtiges Ärgernis. Man steht hier schon echt lange.“

Mercaden Dorsten Fußgänger Ampeln

Fußgänger stehen in Dorsten immer wieder ewig an den Ampeln. © Schulz-Gahmen

So auch Verena Wellkamp (23). Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin und geht zum Paul-Spiegel-Berufskolleg. „Ich komme aus Borken und laufe oft zum Bahnhof. Die Ampeln hier sind echt lange rot“, sagt sie. Dazu kämen noch kurze Grünphasen. Beim Überqueren der Kreuzung müsse man dann auf den Verkehrsinseln wieder auf Grün warten.

„Wenn man unter Zeitdruck steht und den Zug erwischen muss, dann ist das schon stressig“, sagt Verena Wellkamp. Rund zwei Minuten stehe sie im Schnitt an der Kreuzung und dann müsse sie sich theoretisch sogar beeilen, damit sie bei Grün noch über die Straße kommt. Bei unserem Test betrug die Grünphase von der Seite der Bushaltestelle „Lippetor“ rüber zu den Mercaden 16 Sekunden. Bei einem Test in der Mittagszeit warteten wir eine Minute und 13 Sekunden auf Grün.

„Ampel an den Mercaden ist überflüssig“

Auch Thomas Bürger steht öfters an der Kreuzung an den Mercaden. Seiner Meinung nach ist die komplette Ampelschaltung schlecht gemacht. An der Kreuzung stand er schon mehrmals zwei Minuten lang. „Eigentlich müsste das doch alles synchron laufen. Die Fußgängerampel aus der Stadt zu den Mercaden ist überflüssig. Die schaltet eh viel zu oft um“, findet Thomas Bürger.

Jetzt lesen

Wir haben die Ampel aus Richtung der Fußgängerzone rüber zu den Mercaden getestet. Hier gab es unterschiedlich lange Wartezeiten. Beim ersten Durchlauf gegen 11 Uhr vormittags warteten wir 29 Sekunden lang auf Grün. Die Grünphase dauerte etwa 9 Sekunden. Bei einem zweiten Durchlauf warteten wir 47 Sekunden auf ein grünes Licht. Auch ein dritter Durchlauf dauerte nicht länger als 37 Sekunden.

Test fällt unterschiedlich aus

Gegen 10 Uhr haben wir die Ampel auf der Gladbecker Straße zwischen der Esso- und der SB-Tankstelle getestet. Zwei Ampelabschnitte muss man überqueren, um die Straßenseite zu wechseln. An der ersten Ampel standen wir beim ersten Mal elf Sekunden, beim zweiten Mal 24 Sekunden und beim dritten Mal 32 Sekunden. Die Grünphase dauerte fünf Sekunden.

Kurios hierbei: Wenn wir an der Ampel stehen bleiben, bleibt sie sogar elf Sekunden lang grün. An der zweiten Ampel standen wir beim ersten Mal 51 Sekunden, beim zweiten Mal eine Minute und 19 Sekunden, beim dritten Mal eine Minute und 18 Sekunden. Die Grünphase dauerte an der zweiten Ampel zehn Sekunden.

Unterhalb von Toom in Richtung Bahnhof stehen Passanten auch oft.

Unterhalb von Toom in Richtung Bahnhof stehen Passanten auch oft. © Laura Schulz-Gahmen

An der Ampel unterhalb von Toom in Richtung Bahnhof und Stadtsfeld standen wir gegen 10.20 Uhr am ersten Ampelabschnitt beim ersten Mal 32 Sekunden, beim zweiten Mal zwölf Sekunden und beim dritten Mal 49 Sekunden. Die Grünphase betrug 19 Sekunden bis zur Verkehrsinsel. Dort stand man zusätzlich 13 Sekunden, bis die zweite Ampel grün wurde.

Fußgänger-Ampel-Fazit

Zwei Passantinnen antworteten kurz und knapp, als wir fragten, wie lange man an dieser Ampel stehe. Die erste Passantin sagte: „Also hier geht es noch, schwierig wird es weiter oben auf dem Ostwall.“ Eine andere Frau meinte: „Hier warte ich selten, aber wenn, dann stehe ich auch mal länger.“

Unser Fußgänger-Ampel-Fazit: Insgesamt standen wir während unseres stichprobenartigen Tests nur an einer Ampel lange. Von der Bushaltestelle „Lippetor“ über die Kreuzung zu den Mercaden standen wir mit 2 Minuten und 28 Sekunden deutlich länger als an anderen Ampeln.

Lesen Sie jetzt