Die Bauarbeiten in der Fußgängerzone (hier Essener Straße) waren teurer als gedacht. © Falko Bastos (A)
Wir machen Mitte

Fußgängerzone Dorsten: Umbau 700.000 Euro teurer geworden als geplant

Die einstmals marode Fußgängerzone in Dorsten sieht nach der Sanierung attraktiver aus denn je. Doch das hat seinen Preis: Die Baukosten steigen von 5,3 auf nun sechs Millionen Euro.

Mit den Baggerarbeiten für die Modernisierung der Versorgungsleitungen begann im Februar 2018 der Großumbau der Dorstener Fußgängerzone. Im Sommer 2020 endete mit den letzten Pflasterarbeiten dieses zweitteuerste „Wir-machen-Mitte“-Projekt. Dennoch wird im Rathaus die Sanierung noch nicht zu den Akten gelegt: Denn die Gesamtkosten sind deutlich höher als geplant.

Förderantrag eingereicht

„Im Hinblick auf die sich abzeichnenden Kostensteigerungen hat die Stadtverwaltung bereits einen Kostenerhöhungsantrag bei der Bezirksregierung Münster eingereicht“, teilt die Stadt auf Anfrage der Redaktion mit.

Der Antrag sei jedoch noch nicht bewilligt: „Wir rechnen mit einer Rückmeldung Anfang des kommenden Jahres.“ Sollte es zu einer Bewilligung kommen, seien die Mehrkosten aber nahezu durch Förderung aus EU-, Bundes- und Landesmitteln gedeckt.

Die Essener Straße nach der Fertigstellung.
Die Essener Straße nach der Fertigstellung © Michael Klein © Michael Klein

Die Endrechnungen würden momentan geprüft. Die Stadt hatte die Politik kürzlich in einer Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung über die Kosten-Erhöhungen informiert. War der Umbau der Fußgängerzone ursprünglich mit 5,3 Millionen Euro angesetzt worden, „könnten sich die Mehrkosten auf bis zu eine Millionen Euro mehr beziffern“, erläuterte damals Bernd Lehmann vom Planungsamt der Stadt.

Die erheblichen Mehrkosten kämen „durch hohe abgerechnete Mengen der Baufirma zustande, die auf Ihre Plausibilität geprüft werden müssen“, hieß es damals. Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt: In Summe steigen die Kosten zwar nicht so hoch wie zunächst befürchtet, es sei aber mit „Planungs- und Ausbaukosten für die Erneuerung der Fußgängerzone in Höhe von sechs Millionen Euro zu rechnen“. Heißt: Es wird 700.000 Euro teurer als zunächst gedacht.

Die Bauarbeiter waren schneller fertig als gedacht.
Die Bauarbeiter waren schneller fertig als gedacht. © Michael Klein (A) © Michael Klein (A)

Die Bezirksregierung hatte der Stadt für die Umbauarbeiten der Fußgängerzone im Zuge von „Wir machen Mitte“ einschließlich der Planung, der Bauleitung und der Hochsicherheitspoller-Anlagen 5,3 Millionen Euro bewilligt. „Bereits im Bauablauf hatten sich Kosterhöhungen und Zusatzkosten ergeben, die durch Einsparungen auf anderer Seite nur zum Teil kompensiert werden konnten“, so die Stadt.

Als Beispiele nennt sie die Erneuerung der Lichtschächte, „die nach erneuter rechtlicher Prüfung durch die Stadt übernommen wurde“. Zu nennen seien auch die „zusätzlichen Unterflurverteiler, die für Märkte und Veranstaltungen ergänzt wurden“.

Noch Gespräche mit der Baufirma

Derzeit steht die Stadt dazu in Gesprächen mit der ausführenden Baufirma, die trotz zwischenzeitlicher Verzögerungen letztendlich den Umbau schneller als vorgesehen beendet hat. „Dieser Austausch zu einzelnen Positionen in den Rechnungen, die gegenüber der Kalkulation höher ausgefallen sind, ist aber noch nicht abgeschlossen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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