Fußgängerzone soll ein Schmuckstück werden

Pläne wurden vorgestellt

Die in die Jahre gekommene Dorstener Fußgängerzone soll bis 2020 wieder ein Schmuckstück werden. Von den Plänen zur Umgestaltung zeigten sich die Besucher der Bürgerversammlung am Donnerstag zumeist angetan - und was an Kritikpunkten zu ihrem bisherigen Entwurf geäußert wurde, das nahmen sich die Planer zu Herzen.

Dorsten

, 16.12.2016, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Ich bin positiv von der Resonanz überrascht", erklärte Projektleiter Peter Carl, Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros "Lohaus + Carl" (Hannover), bei der gut besuchten Veranstaltung im Forum der VHS. "Einige Bürger haben uns konstruktiv auf ein paar Kardinalthemen vor Ort hingewiesen, die uns nicht bewusst waren und die wir nun verbessern werden."

Dazu gehöre zum einen, das "Vorfeld" des Alten Rathauses bei der Pflastergestaltung dem Marktplatz und nicht dem St.-Agatha-Kirchplatz zuzuschlagen. Zum anderen, das geplante Leitsystem für Menschen mit Handicaps über die Recklinghäuser Straße in Richtung der Bushaltestellen am Platz der Deutschen Einheit fortzuführen.

Laufband ohne Hindernisse

Planerin Irene Lohaus hatte den Anwesenden zunächst das Konzeptpapier präsentiert. Wie berichtet, sieht es in den drei Einkaufsstraßen ein "Mittellaufband" mit Leitlinien vor, das von "Hindernissen" frei ist. Links und rechts davon wird ebenfalls neu gepflastert, auf der einen Seite werden Baumreihen gepflanzt, auf der anderen Seite ist Platz für Bänke, Leuchten, sonstiges Stadtmobiliar. Der Marktplatz wird großteils mit dunklem Grauwacke-Stein belegt, der Agathaplatz mit Granitkleinstein. Die Grundrisse des ehemaligen Drubbels in der Lippestraße werden im Pflaster sichtbar, der Platz um die Franziskanerkirche wird aufgewertet. "Alles wird viel aufgeräumter und einheitlicher wirken", so Irene Lohaus.

In drei Gruppen diskutierten die Besucher anschließend und gaben unter anderem folgende Anregungen:

  • An der Agathakirche sollten die Spielmöglichkeiten für Kinder erhalten, an der Franziskanerkirche neue geschaffen werden.
  • Bei der Gestaltung der Baumreihen soll auf die anschließende Pflege geachtet werden und darauf, dass sie nicht zu hoch und zahlenmäßig zu groß geraten.
  • Statt des Betons sollten Natursteine verwendet werden.
  • Die Höhenunterschiede in der Fußgängerzone sollten ausgeglichen werden.
  • Die Marktplatzbrunnen sollen wieder sprudeln.
  • Der Granatapfelbrunnen am Franziskanerkloster soll zumindest als Kunstwerk erhalten bleiben.
  • Mehr Stellplätze für Fahrräder und Rollatoren sind nötig.
  • Der Übergang zwischen Lippetor und Lippestraße soll harmonischer werden.
  • Eine Bodenbeleuchtung wäre eine Bereicherung.
  • Stromanschlüsse sollten von den Hochkästen in den Boden verlegt werden.
  • Vor der endgültigen Entscheidung sollten Pflastervarianten getestet werden.

Auf der Bürgerversammlung erklärten einige Anwesende, im noch zu gründenden Bürgerbeirat zur Umgestaltung der Fußgängerzone mitzuwirken zu wollen. Dieser Beirat setzt sich aus Vertretern der Kaufmannschaft, der Markthändler, des Vereins für Orts- und Heimatkunde, des Verkehrsvereins sowie der Senioren-, Behinderten- und Jugendvertretungen zusammen. Er soll im ersten Halbjahr 2017 dreimal tagen und an den nächsten Planungsschritten beteiligt sein. Die endgültigen Pläne für die neue Fußgängerzone sollen im Sommer der Öffentlichkeit präsentiert werden. Im zweiten Quartal 2017 sollen zunächst die Gas- und Stromleitungen in der Fußgängerzone erneuert werden, mit Beginn am Lippetor. Dabei sollen die Einschränkungen so gering wie möglich sein. Zeitgleich beantragt die Stadt die Fördermittel für den 3,7 Mio. Euro-Umbau der Fußgängerzone. 2018 wird mit der Lippestraße begonnen, bis 2020 sollen auch der Marktplatz, die Recklinghäuser und Essener Straße fertiggestellt sein. Pläne hängen im Stadtteilbüro (Gahlener Straße 9) aus. Eine Dokumentation wird erarbeitet, die jeweiligen Planungsstände werden im veröffentlicht. 

Lesen Sie jetzt