Gastro-Betriebe am Markt klagen über unfaire Bedingungen

Herbst- und Heimatfest

"Die Gewinner des Herbstfestes waren die Cafés, Eisdielen und Kneipen in der Innenstadt", hatte die Dorstener Zeitung bilanziert, weil Sitzplätze unter freiem Himmel drei Tage lang Mangelware gewesen sind. Zornesröte zieht dennoch über das Gesicht von Nicole Zoske, wenn die Café-Solo-Geschäftsführerin ans Festwochenende zurückdenkt:

DORSTEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 10.10.2011, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
So viel Platz auf dem Marktplatz haben die Gastro-Betriebe beim Herbst- und Heimatfest natürlich nicht. Aber sie wünschen sich einen fairen Umgang.

So viel Platz auf dem Marktplatz haben die Gastro-Betriebe beim Herbst- und Heimatfest natürlich nicht. Aber sie wünschen sich einen fairen Umgang.

"Wir entrichten für die Außengastronomie vom 30. März bis zum 31. Oktober ohnehin 1800 Euro an die Stadt", zählt Nicole Zoske auf, "außerdem zahlen wir die meisten Steuern und haben Arbeitsplätze in Dorsten geschaffen." Deshalb sei es nicht fair, so die Geschäftsführerin vom Café Solo, dass nach einer neuen Entwicklung im Gastronomie-Angebot, die der gesamten Innenstadt gut tue, nicht auch mal neu über die Rahmenbedingungen nachgedacht werde. Besonders wurmt Nicole Zoske, dass sich Thomas Hein nicht an Absprachen halte: "Wenn man sich vorher zusammensetzt, kann man garantiert organisieren, dass wir eine zusammenhängende vernünftige Fläche bekommen, aber auch die Standbetreiber zufrieden sind. Doch die Praxis sieht anders aus: Die Standfläche wird kurzfristig zugewiesen und wir müssen dauernd umräumen, was Zeit und Geld kostet." Heins Verhalten, so der Vorwurf, grenze an vorsätzliche Schikane.

Nicole Zoske hat deshalb am Donnerstag einen Termin beim Bürgermeister, um auf eine faire Lösung für alle zu drängen.

Veranstalter Thomas Hein weist die Kritik der Cafe-Solo-Geschäftsführerin entschieden zurück: „Es ist genau umgekehrt. Wir haben bei Stadtfesten ein Gentleman-Agreement mit den Markt-Gastronomen und alle halten sich daran - nur das Cafe Solo nicht! Wir haben deshalb nach dem Herbstfest einen Beschwerdebrief ans Ordnungsamt geschickt.“ Vorher sei vereinbart gewesen, dass der Markt erst komplett geleert sein müsse, bevor am Freitagmorgen die Einzelheiten abgesprochen und die Stände aufgebaut werden. Einzig das Cafe Solo habe sich daran nicht gehalten und deshalb umräumen müssen. Hein: „Und der Bierstand kann nicht anders platziert werden, der Aufbau erfolgte nach exakt dem gleichen Muster wie bei den Festen zuvor. Man kann sich also sehr wohl vorher darauf einstellen.“ Ansonsten, so Hein, könnten die örtlichen Gastronomen gern ein neues eigenes Konzept für die Sonderveranstaltungen vorlegen, wenn sie auch bereit seien, sich entsprechend zu organisieren: „Ich erinnere aber an ihren Rückzieher drei Wochen vor dem Kultursommer, als ich dann doch sehr kurzfristig einspringen musste.“ 

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