Geflügelfleisch-Geschäft entwickelt sich zum kleinen Supermarkt

mlzGeflügel Wenger Höfe

„Geflügel Schneider“ war gestern, heute heißt es „Geflügel Wenger Höfe“. Die neuen Inhaber erweitern ihr Sortiment. Sogar ein Kantinen-Klassiker der Zeche feiert Wiederauferstehung.

Dorsten

, 17.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Andrea Georgescu und ihr Ehemann Ali Kalkan von ihrem Wohnzimmerfenster aus sahen, dass direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite der altehrwürdige Laden „Geflügel Schneider“ auszieht, war für das Hervester Ehepaar sofort klar: „Da müssen wir unbedingt rein.“

Kleine Erfolgsgeschichte

Nicht einmal ein Jahr ist dies her, inzwischen hat sich der „Zufallstreffer“ zur kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt. Denn „Geflügel Wenger Höfe“, wie die neuen Inhaber ihr Geschäft aus rechtlichen Gründen umbenennen mussten, wächst und wächst im Sortiment. „Die Kunden sagen schon, dass sie bei uns einen kleinen Supermarkt vorfinden,“ erzählt Andrea Georgescu.

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Während ihr Ehemann im Nebentrakt des Gebäudes (Wenger Höfe 7) die Geschäfte der gemeinsamen Entsorgungs- und Umwelttechnikfirma „Sauberland“ führt, ist Andrea Georgescu die Chefin im Lebensmittelgeschäft. Mit Fleischwaren hatte sie vor der Komplettsanierung des Ladenlokals nichts am Hut, gesteht sie, „ich habe in meiner Heimat Rumänien nur in der Kosmetik- und Bio-Branche gearbeitet.“

Das Sortiment hat sich deutlich erweitert.

Das Sortiment hat sich deutlich erweitert. © Michael Klein

Doch mithilfe von Seminaren und Schulungen hat sich die Geschäftsfrau, die mit ihrem Mann und den mittlerweile drei Kindern seit zwölf Jahren in Dorsten lebt, gemeinsam mit ihren vier Mitarbeiterinnen für den Umstieg fit gemacht.

Geflügelfleisch, frisch und tiefgefroren, Hähnchen, Pute, Gans oder Ente: Das bieten die Inhaber seit der Wiedereröffnung am 1. Oktober 2019 weiterhin an.

Kunden kommen auch aus Haltern

Hinzugekommen sind Obst und Gemüse, Dosenwurst, tiefgekühlte internationale Produkte, vor ein paar Tagen wurde auch Rindfleisch ins Programm genommen. In den vergangenen Wochen und Monaten habe man sich eine eigene Stammkundschaft aufbauen können. „Das Vorweihnachts- und das Ostergeschäft haben viel dazu beigetragen“, sagt die Chefin. „Inzwischen kommen die Leute aus allen Dorstener Stadtteilen und sogar aus Haltern zu uns.“

Besonders seit zwei Wochen sei „der Teufel los“. Grund: Der Geflügelfachhandel bekam damals eine Großlieferung mit den Mangelwaren Hefe, Mehl und Toilettenpapier, was fleißig über die sozialen Netzwerke geteilt worden war. Und donnerstags sei der Parkplatz sowieso meistens voll: Dann steht der Hähnchenwagen namens „Express-Grill“ vor der Tür.

Legendäre Gabelroller

Derzeit laufen die marinierten Steaks und Spieße am besten - denn die Grillsaison steht an. Und seitdem ist auch genügend Holzkohle im Lager.

Ach ja: Die Gabel-Rollmöpse waren in dieser Woche mal wieder ausverkauft. Es hat sich nämlich herumgesprochen, dass sie fast genauso schmecken würden wie die legendären „Gabelroller“, die es seinerzeit in der Kantine der Zeche Fürst Leopold gegeben habe.

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