Prostitution an der B 225 in Dorsten und Marl: Gegenwind für den Straßenstrich

mlzProstitution

Mehrere Prostituierte stehen regelmäßig am Straßenrand der B 225 in Dorsten und Marl, immer mehr Pendlerparkplätze an der A 52-Abfahrt blockieren sie mit Wohnwagen. Nun gibt es Gegenwind.

Dorsten

, 12.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum war es am vergangenen Samstag mal etwas wärmer und sonniger, standen sie wieder am Straßenrand - die einen auf Dorstener Stadtgebiet, die anderen boten ihre Dienste und Körper ein paar Meter weiter den vorbeifahrenden Autofahrern an. Und auf dem Pendlerparkplatz an der A 52-Anschlussstelle „Dorsten/Marl-Frentrop“ bereitete sich eine weitere Gruppe von Prostituierten auf ihren Arbeitstag vor.

Doch jetzt bläst dem Straßenstrich auf der Bundesstraße 225 an der Stadtgrenze Dorsten/Marl eine Menge Wind entgegen, die Nachbarstadt Marl macht mobil.

Gegen Dauerprostitution

Denn die dortige Stadtverwaltung will den immer mehr florierenden Straßenstrich und insbesondere die Dauerprostitution am Pendlerparkplatz nach Beschwerden von Bürgern und im Auftrag der Politik verhindern - und damit erreichen, dass die zumeist aus Südosteuropa stammenden Frauen sich andere Standorte suchen.

Prostitution an der B 225 in Dorsten und Marl: Gegenwind für den Straßenstrich

Die Wohnwagen stehen auf dem Pendlerparkplatz an der A 52 in Marl. © Bianca Glöckner

Der Marler Stadtrat diskutierte jedenfalls unlängst über den Park & Ride-Parkplatz für Pendler an der Auffahrt zur A 52. Der liegt auf Marler Stadtgebiet, hier hatten sich immer auch Dorstener Autofahrer mit Kollegen zu Fahrgemeinschaften getroffen. Seit mehreren Jahren ist er aber der Standort für den Straßenstrich in Dorsten und Marl. Täglich bieten die Prostituierten dort in Wohnwagen ihre Dienste an.

Thema im Marler Rat

Erst standen dort nur zwei oder drei Wohnmobile, doch jetzt sind es wesentlich mehr. Manchmal parken dort acht bis neun Wohnwagen und nehmen Pendlern die Plätze weg, berichtete Bürgermeister Werner Arndt in der Ratssitzung. Wie die Marler Zeitung berichtete, machte die dortige CDU-Fraktion mit einem Antrag auf das Problem aufmerksam.

Gespräch mit Eigentümer

Die Stadt Marl sei im Gespräch mit dem Eigentümer des Parkplatzes, dem Landesbetrieb Straßen NRW. Ergebnisse gibt es laut Marler Zeitung noch nicht.

Jetzt lesen

Pendler würden den Parkplatz inzwischen meiden – auch weil sie sich nicht rechtfertigen wollen, wenn sie dort gesehen werden. Dabei sei der Parkplatz doch aus Steuergeldern der Bürger erstellt – so werde öffentlicher Parkraum zweckentfremdet, kritisiert die CDU Marl.

Die Marler Straße (B 225) zwischen der Hürfeldhalde in Dorsten und dem Pendlerparkplatz kurz hinter der Stadtgrenze war schon vor zwei Jahrzehnten ein beliebtes Betätigungsfeld für Prostituierte und ihre Freier. Kontrollen haben dann dafür gesorgt, dass die genervten Prostituierten freiwillig dort verschwunden sind.

Bei Regen unter der Brücke

Nachdem die Stadt Dortmund vor ein paar Jahren einen Sperrbezirk für Prostituierte eingerichtet hatte, wichen die Prostituierten in mehrere Städte des Kreises Recklinghausen aus, um sich an dortigen Bundesstraßen potenziellen Freiern anzubieten - so auch in Dorsten.

Hier sind sie desöfteren in Höhe des Arvato-Geländes anzutreffen, bei Regen auch unter der Brücke zum A 52-Zubringer. Wie Christoph Winkel (Pressestelle Stadt Dorsten), mitteilt, habe der Kommunale Ordnungdienst das Gebiet in Randlage „bei Streifenfahrten regelmäßig im Blick“.

Vonseiten der Dorstener Bürger habe es „keinerlei konkrete Beschwerden“ gegen den Straßenstrich gegeben.

Prostitution an der B 225 in Dorsten und Marl: Gegenwind für den Straßenstrich

Einer der Wohnwagen brannte in der Nacht zu Montag aus. © Bianca Glöckner

„Da Prostitution letztlich nicht verhindert, sondern immer nur verdrängt werden kann, ist dieser Standort für die Stadt nicht problembehaftet“, sagt Winkel, „da es hier keine Wohnhäuser, keine Wanderwege oder gar Schulwege“ gibt. Zuständige Behörde für das Prostituiertenschutzgesetz sei der Kreis, der kontrollieren müsse.

Kreissprecher Jochem Manz bestätigte unterdessen gegenüber Marler Zeitung, dass die zuständigen Ordnungsbehörden auch bei den Frauen an der B225 bereits Kontrollen durchgeführt haben. Auch beim Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen gibt es Angebote für die Betroffenen.

Für die Möglichkeit, die Prostitution ganz vom Pendlerparkplatz zu verbannen, in dem der Bereich zum Sperrbezirk erklärt wird, ist die Bezirksregierung Münster zuständig.

Den Antrag müssten die Stadt Marl oder der Landesbetrieb Straßen.NRW stellen, dem die Fläche gehört. „Sie ist das letzte Mittel, wenn alles andere nicht funktioniert hat“, erklärt Bezirksregierungssprecher Andreas Winnemölle laut Zeitungsbericht .

Wohnwagen ausgebrannt

Übrigens: In der Nacht zu Montag brannte aus noch ungeklärter Ursache einer der Wohnwagen auf dem Pendlerparkplatz aus. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Die Kripo ermittelt.

Lesen Sie jetzt