Gericht verhängt Bewährungsstrafe gegen Fahrraddieb

Von Bande angeheuert

Erst nachdem sich die Prozessbeteiligten zu einer Beratung ins Hinterzimmer zurückgezogen hatten, brach der Angeklagte sein Schweigen. Und gestand, dass er vor einem Jahr mehrere Räder in Dorsten gestohlen hatte. Ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung - so lautete schließlich das Urteil des Schöffengerichts.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 28.04.2011, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Es kann sein, dass er nur anheuert worden ist, ohne eingeweiht gewesen zu sein“, erklärte Richterin Regine Heinz. Dass der Hervester gemeinsam mit einigen Banden-Mitgliedern zusammengearbeitet hatte, stand außer Frage. So holte er an der Olbergstraße mit einem Leihwagen ein 800 Euro-Rad ab, das die anderen zuvor an der Borkener Straße aufgebrochen und geklaut hatten. Gut gesichert waren auch die teuren Räder, die sich der 30-Jährige aus einer abgeschlossenen Radgarage am Finkenweg und vor der Haldenwangschule unter den Nagel gerissen hatte. Die Geschädigten hatten allerdings Glück: Die Sonderkommission der Kripo konnte den Täter dingfest machen, bevor er sein Diebesgut verkaufen konnte. Die Räder lagerten im Keller des Angeklagten und konnten, wenn auch leicht beschädigt, an die Diebstahlsopfer zurückgegeben werden. Weitere 30 Räder, so lautete die Anklage, soll der Mann zuvor am Essener Autokino an einen Polen für 750 Euro verkauft haben. Dieses Verfahren wurde eingestellt.

Dass es damals zwei Banden waren, die für die Diebstahlserie verantwortlich waren, bestätigte gestern einer der Bandenchefs: „Für mich hat der Angeklagte nicht gearbeitet“, sagte er aus. Die führenden Mitglieder der anderen Bande zogen es im Zeugenstand vor zu schweigen, um sich nicht selbst belasten zu müssen: Immerhin stehen für sie noch Termine vor dem Landgericht bevor. Am Rande der Verhandlung war zu erfahren, dass es zwischen den Diebesgruppen zwischendurch einigen Stress gegeben hatte: Weil die eine Bande der anderen Bande ein paar der gestohlenen Räder geklaut hatte.

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