Grundschule für zwei Wochen – Welcher Unterricht findet statt?

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Ab Montag kehren die Grundschulen zum Regelbetrieb zurück. Die Schüler sollen in ihren Klassenverbänden bleiben. Inwiefern Unterricht stattfinden kann, obliegt den Schulleitungen.

Dorsten

, 09.06.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab Montag (15. Juni) dürfen Grundschulen wieder zum Regelbetrieb zurückkehren. Ziel sei es, so die Schulaufsicht, ein Stück schulischer Normalität wieder herzustellen. Möglich machen soll das eine Neuregelung der infektionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen.

Von einem „normalen“ Unterricht wie vor der Corona-Pandemie kann allerdings noch keine Rede sein. Die Stundenzahl richte sich danach, „was ressourcentechnisch möglich ist“, sagt Schulrätin Stefanie Schoppmann, die zurzeit für die Grundschulen in Dorsten zuständig ist. Sprich: Je nach dem, welche Lehrer da sind.

Gestaffelter Unterrichtsbeginn

Welcher Unterricht und in welcher Form er stattfindet, entscheiden die Schulleitungen selbst, sagt Schoppmann. Schwangere Lehrkräfte oder solche, die wegen einer Vorerkrankung zur Risikogruppe gehören, müssen weiterhin nicht in der Schule unterrichten. Gleiches gelte für Schüler, die zur Risikogruppe gehören, oder mit einer entsprechenden Person in einem Haushalt leben.

Unterrichtsbeginn und -ende werden in den zwei Wochen bis zu den Sommerferien gestaffelt, sodass sich die Klassenverbände im Idealfall nicht oder kaum begegnen. Ebenso soll mit den Pausen verfahren werden – je nach Schüleranzahl und Größe des Schulgeländes. Auch hier obliege es den Schulleitungen, wie sie die Staffelungen planen, so Schoppmann.

Während die Lehrkräfte nach Möglichkeit nicht zwischen den Klassen wechseln, sollen die Schüler in ihren Klassenverbänden bleiben. In den Klassenräumen werden weder Maskenpflicht noch eine Abstandsregelung gelten. Stefanie Schoppmann: „In der Klasse kann der Abstand nicht eingehalten werden. Trotzdem sind unsere Lehrkräfte dazu angehalten, hierauf zu achten.“

Fachunterricht, in dem sich Lerngruppen durchmischen, ist vorerst zu unterbleiben. Hierzu gehört beispielsweise auch der Religionsunterricht, wie die Schulrätin erklärt: „Konfessionsgebundener Unterricht ist in einer durchmischten Klasse somit nicht möglich, Lehreinheiten im Bereich der Ethik mit der gesamten Klasse hingegen schon.“

Schwimm- und Sportunterricht nicht verboten

Singen steht im Verdacht, das Übertragungsrisiko zu erhöhen. Was ist also mit dem Musikunterricht? Das Kinder schnell und leicht in ein Lied einstimmen, sei etwas Normales, sagt Stefanie Schoppmann. Es liege daher bei den Schulleitern, eine kreative Lösung zu finden oder darauf zu verzichten. Beispielsweise könne draußen in einem großen Kreis gesungen werden.

Schwimm- und Sportunterricht ist nicht untersagt, so Stefanie Schoppmann. Dieser hänge aber davon ab, ob die Hallen unter Einhaltung des Hygienekonzepts zur Verfügung stehen.

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Bleibt die Frage, ob die Maßnahme, den Regelbetrieb wieder aufzunehmen, sinnvoll ist. Denn: Nur zwei Wochen später beginnen die Sommerferien.

„In diesen paar Tagen bewegt man nicht die Welt“, sagt Herbert Rentmeister, Leiter der Agathaschule in Dorsten. Das sei eine Menge Arbeit und ein Riesenaufwand. Dennoch sei es wichtig, die Bindung zu den Schülern zu erhalten.

Herbert Rentmeister, Leiter der Agathaschule, ist erstaunt, wie sehr die Kinder die Hygieneregeln verinnerlicht haben.

Herbert Rentmeister, Leiter der Agathaschule, ist erstaunt, wie sehr die Kinder die Hygieneregeln verinnerlicht haben. © Anke Klapsing-Reich (A)

Rentmeister: „Hier treffen sie ihre Bezugspersonen, sowohl unter den Mitschülern, als auch unter den Lehrkräften.“ Freunde zu treffen und wieder den gewohnten, festen Tagesablauf zu haben, sei elementar für die Kinder. Die Kinder würden sich ohnehin vorbildlich verhalten: „Ich bin sehr erstaunt, wie sie die Hygieneregeln verinnerlicht haben.“

Es handle sich um einen hohen Organisationsaufwand, für den alle Lehrkräfte und Schulleiter Respekt verdienen, bestätigt Schoppmann. Die Wiederaufnahme des Regelbetriebs werde bei den Schülern eine positive Wirkung erzielen, ist man überzeugt.

Darüber hinaus gehe es darum, den Lernstand der Kinder zu ermitteln, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und Beziehungen wieder aufzufrischen. „Jeder Tag, an dem wir unsere Kinder sehen, ist ein guter Tag.“

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