Gymnasium Maria Veen verabschiedete seine Abiturienten

Abitur-Verleihung

71 Abiturienten des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare Maria Veen erhielten am Samstag ihre Zeugnisse. Auch in Zeiten des „Social Distancings“ war eine würdige Abschiedsfeier möglich.

Reken, Lembeck, Rhade

22.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Abifeier des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare in Maria Veen fand in der Dreifachturnhalle am Rathaus statt.

Die Abifeier des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare in Maria Veen fand in der Dreifachturnhalle am Rathaus statt. © Tim Weidemann (TW-Fotomedia in Lembeck

Das Schuljahr 2019/2020 wird sicher allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben. Dies gilt besonders für die diesjährigen Abiturjahrgänge. Die Entwicklungen der letzten Monate hatten nicht nur zwischenzeitlich die Prüfungen ins Wanken gebracht, sondern erst recht den zusätzlichen Veranstaltungen wie Mottowoche und Abiball den „Knockout“ versetzt.

Für die Abiturienten gab es ein kleines Happy End

Für das Gymnasium der Mariannhiller Missionare in Maria Veen jedoch gab es zumindest ein kleines Happy End: Die Gemeinde Reken hatte den 71 Abiturienten die Dreifachturnhalle am Rathaus zur Verfügung gestellt. Dafür sprachen die Abiturientia, der Schulträger und die Schulleitung der Gemeinde einen großen Dank aus. So war am Samstag auch in Zeiten des „Social Distancings“ eine würdige Verabschiedungsfeier möglich, oder, wie es die Stufe als Motto ausgerufen hatte: ein „Abgang mit Glanz & Stil“. Es wurde eine ganz besondere Veranstaltung, die geprägt war von der Mischung aus Festlichkeit, Wehmut, Freude und (ein wenig) den unvermeidlichen „viralen“ Hintergründen.

Das Motto des Abijahrgangs 2020: Abi 2020 mit Glanz & Stil". Aber Abiturientin Lea Röttgers hatte zum Abschluss des Gottesdienstes den Raum nur mit ihrer Stimme gefüllt und der Veranstaltung den eigentlichen Titel gegeben: „A Million Dreams“.

Das Motto des Abijahrgangs 2020: Abi 2020 mit Glanz & Stil". Aber Abiturientin Lea Röttgers hatte zum Abschluss des Gottesdienstes den Raum nur mit ihrer Stimme gefüllt und der Veranstaltung den eigentlichen Titel gegeben: „A Million Dreams“. © Daniel Polreich

Bürgermeister Manuel Deitert eröffnete nach dem Ökuemnsichen Gottesdienst den Reigen der Festansprachen und erinnerte mit der Anspielung, das Abitur sei ja wohl „mit Abstand“ der beste Abschluss, noch einmal an die „ganz besonderen Bedingungen“ in diesem Schuljahr. Gleichzeitig aber hob er auch hervor, wie sehr man in letzter Zeit nicht nur den Wert von Solidarität und Rücksicht erkannt habe, sondern auch, welche Berufe und Institutionen wichtig seien – „sogar Schule ist wichtig“.

Spezielle Herausforderungen

Auch Pater Hubert Wendl (als Vertreter des Schulträgers, also der Mariannhiller Missionare) sprach die speziellen Herausforderungen der vergangenen Monate an: „Wir wurden alle von etwas sehr Kleinem aus der Bahn geworfen und haben ganz neue Wörter gelernt: Distanzunterricht und Homeschooling zum Beispiel. Doch nun geht es mit Glanz und Stil auf das zu, was vor uns liegt!“ Er wünschte den Schülern alles Gute und „mit Maske, Abstand und Mut den Weg in eine goldene Zukunft.“

Schulleiterin Sigrid Kliem kam quasi mit Begleitung ans Rednerpult, denn sie richtete herzliche Grüße ihres Vorgängers Johannes Alings aus. Dieser hatte die Abiturienten einen Großteil ihrer Schulzeit als Rektor begleitet.

Schulleiterin Sigrid Kliem kam quasi mit Begleitung ans Rednerpult, denn sie richtete herzliche Grüße ihres Vorgängers Johannes Alings aus.

Schulleiterin Sigrid Kliem kam quasi mit Begleitung ans Rednerpult, denn sie richtete herzliche Grüße ihres Vorgängers Johannes Alings aus. © Daniel Polreich

Kliem hob dann die besonderen schulischen Leistungen hervor: Alle 71 Schüler hatten bestanden, 27-mal gab es sogar „die 1 vor dem Komma“. Besonders betonte die Schulleiterin aber das ausgeprägte soziale Engagement der Stufe, die vor allem dadurch an der Schule deutliche Spuren hinterlassen habe. „Die wahren Freunde zu finden, aber auch selbst ein wahrer Freund zu sein“, gab sie den Abiturienten als eine sehr wichtige Lebensweisheit mit auf ihren weiteren Lebensweg.

Eine „Zeit, aus der man was machen kann“

Schulsprecher Justus Sander gab in seiner Rede seiner Verblüffung über die Situation Ausdruck: „Mir wird jetzt erst klar, dass es nun vorbei ist“. Er sprach noch einmal die Unsicherheit an, die bei einem Abschluss aufkommt. Es sei aber auch eine Chance, eine „Zeit, aus der man was machen“ könne, vielleicht sogar, um ein „altes System umzuwälzen“.

Schulsprecher Justus Sander gab in seiner Rede seiner Verblüffung über die Situation Ausdruck.

Schulsprecher Justus Sander gab in seiner Rede seiner Verblüffung über die Situation Ausdruck. © Daniel Polreich

Es folgte eine den Umständen geschuldete Pause zum Lüften und zur Selbstverpflegung im Freien, dann aber war es endlich so weit: Die Abiturzeugnisse fanden den Weg zu ihren stolzen Besitzern und umgekehrt wurden auch die Lehrer der Leistungskurse sowie die Schul- und Stufenleitung, der Oberstufenkoordinator und der Hausmeister mit sinnigen Präsenten überhäuft. Die Stimmung der Abschiedsfeier verdeutlichte auf berührende Weise der „Song des Tages“: Abiturientin Lea Röttgers füllte zum Abschluss des Gottesdienstes den Raum nur mit ihrer Stimme und gab der Veranstaltung den eigentlichen Titel: „A Million Dreams“.

Herzlichen Glückwunsch zum Abitur, hier die Abiturienten aus Dorsten: Marit Baukholt, Steffen Bremeer, Judith Breuer, Laura Frings, Lorena Helgers, Samira Helgers, Henri Heppner, Sophia Limberg, Marie Limberg, Marco Rehs, Julian Risthaus, Linnea Schmenk, Helena Schonebeck, Fabian Schöneis, Maria Schulte Spechtel, Pia Simon, Nele Weber, Jannis Weßeling.
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