Coronavirus

Hallenbad Wulfen: Stadt lässt Trägerverein nicht untergehen

Der Trägerverein Hallenbad Wulfen hat einen Hilferuf nach Dorsten abgesetzt. Der Untergang sei wegen klammer Mittel nahe. Die Stadt hat prompt reagiert.
Das Hallenbad Wulfen im Gemeinschaftshaus am Wulfener Markt © Guido Bludau

Nach dem öffentlichen Hilferuf des Trägervereins Hallenbad in Wulfen in der Dorstener Zeitung hat Bürgermeister Tobias Stockhoff den Verein angeschrieben und einen gemeinsamen Gesprächstermin angeregt.

Stockhoff betont, dass „das Hallenbad in Wulfen ein wichtiger Bestandteil in der Infrastruktur der Stadt ist“, nicht nur für das Schulschwimmen, sondern auch für die nutzenden Vereine, für die Gesundheitsförderung und für den Stadtteil Wulfen insgesamt: „Es ist gut, dass wir im Norden der Stadt ein solches Angebot haben.“ Das macht er in einer Pressemitteilung deutlich.

Dass dies in den letzten Jahren möglich war, sei vor allem dem Engagement des Trägervereins zu verdanken, so der Bürgermeister. Die Stadt habe „vollstes Verständnis“, dass die langen Schließungszeiten im Frühjahr und nun wieder in der kalten Jahreszeit aufgrund der Corona-Pandemie gravierende Auswirkungen haben – nicht nur auf den Trägerverein, sondern auch auf die Nutzer.

„Zahlungen an den Verein trotz Schließungen nicht gekürzt“

„Dass die Schließungen zum Problem für das Bad werden, war uns von Anfang an klar“, so Bürgermeister Stockhoff. „Deshalb haben wir unsere Zahlungen an den Verein und auch an den Verein Schwimmbad Lembeck nicht gekürzt, obwohl kein Schulschwimmen stattgefunden hat. Für beide Vereine ist dieses Geld eine wichtige Basis, die wir ihnen in dieser Situation nicht entziehen konnten und wollten.“

Stadt möchte Einblick in die Bücher

Vor einem gemeinsamen Gespräch hat die Stadt darum gebeten, Einblick in die Bücher des Vereins zu bekommen. „Für eine weitere finanzielle Unterstützung ist vollkommene Transparenz nötig. Wir müssen gemeinsam analysieren können, ob die finanziellen Schwierigkeiten durch die Corona-Schließungen entstanden sind oder ob es auch strukturelle Probleme gibt, für die Lösungen gefunden werden müssen“, erläutert Stadtkämmerer Hubert Große-Ruiken. Auch der Bund mache seine Hilfen von der Unterscheidung dieser Kriterien abhängig und verlange eine Offenlegung der Bücher.

Verein will Finanzen offen legen

Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Wir lassen keinen Verein in Not hängen. Aber wir müssen die Ursachen für die finanzielle Schieflage kennen und ergründen, wo Lösungen sein könnten.“ Der Hallenbad-Verein hat auf Anfrage der Dorstener Zeitung mit Erleichterung auf das Gesprächsangebot der Stadt reagiert. Geschäftsführer Mirko Bernhardt kündigte an, ausführlich Stellung nehmen zu wollen und die finanzielle Situation offenzulegen.

Die Politik wird der Bürgermeister im Haupt- und Finanzausschuss im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung über die bisherigen Erkenntnisse informieren.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.