Hausärzte machen mobil gegen Honorarsätze

DORSTEN „Nah am Menschen – jetzt und in Zukunft!“ Diese Kampfparole haben jetzt die Dorstener Hausärzte ausgegeben, die ihre Praxen und damit die hausärztliche Versorgung in Dorsten akut bedroht sehen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 25.03.2009, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hausärzte machen mobil gegen Honorarsätze

Dr. Friedrich G. Lohmann.

In zwei Treffen des neuen Hausärzte-Arbeitskreises wurde beschlossen, den Hausärzte-Verband mit einer Verhandlungsvollmacht auszustatten, um eine faire Honorarregelung zu erzielen. Dr. Lohmann: „Wenn wir uns in Dorsten einig sind, können wir wie das berühmte gallische Dorf dem KV-Imperium trotzen – und das nutzt letztlich auch allen Patienten.“ „Für die allermeisten NRW-Hausärzte liegt die monatliche Pauschale pro Kassenpatient bei weniger als zwölf Euro im Monat“, rechnen Dr. Lohmann und Dr. Köhl vor, „in Bayern liegt der Satz bei 30 Euro!“ Bei rund 1000 Patienten pro Quartal kämen in NRW so gerade mal 32 000 bis 35 000 Euro zusammen. Davon gingen dann noch Steuern, Lohnkosten für die Helferinnen, Miete, Kredite und Altersrückstellung ab. „Es ist kein Scherz, wenn ich auf die Frage nach meinem Urlaubsziel antworte: Den kann ich mir nicht leisten!“, verdeutlicht Dr. Köhl den Ernst der Lage. Dr. Lohmann sah sich schon gezwungen, einer Helferin zu kündigen.

Nun suchen Dorstens Hausärzte den Schulterschluss mit ihren Patienten. Sie starten Anfang April eine Unterschriftenaktion: „Wenn wir uns nicht alle gemeinsam dagegen wehren, dann sind Dorsten und ganz NRW in wenigen Jahren eine hausarztfreie Zone.“ Eine bürgernahe, flächendeckende und humane medizinische Versorgung sei ein hohes Gut. Aber das sei mit knapp elf Euro für sämtliche Leistungen wie Verbände, Spritzen, kleine Chirurgie, Hausbesuchen und Beratungen in der Sprechstunde beim besten Willen nicht zu gewährleisten.

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