Stadt Dorsten und ihre Finanzen: Es gibt gute Nachrichten

mlzHaushalt der Stadt

Der Haushalt der Stadt ist ein Buch mit sieben Siegeln für viele Bürger. Zum Jahresende gibt es eine gute Nachricht. Mit ihr haben viele Dorstener nicht mehr gerechnet.

Dorsten

, 20.11.2019, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im September offenbarte der Dorstener Stadthaushalt ein tiefes Loch. 800.000 Euro fehlten Kämmerer Hubert Große-Ruiken in seiner Kasse. Und jetzt das: Plötzlich kann Dorsten ein schönes Plus vorweisen. Die Genehmigungsbehörde in Münster hat vergangene Woche signalisiert: So kann der Dorstener Etat genehmigt werden.

Stadt Dorsten und ihre Finanzen: Es gibt gute Nachrichten

Hubert Große-Ruiken © Archiv Dorstener Zeitung

Auf unsere Anfrage nannte der Kämmerer am Mittwoch vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Rathaus Zahlen, die im Ergebnis zu dem Überschuss geführt haben.

Zum einen seien die angekündigten Sparmaßnahmen beim Personal in der Verwaltung umgesetzt worden (DZ+). Zum anderen habe es erhebliche Ersparnisse bei den Kosten für die Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen gegeben: Das Jugendamt rechne damit, dass es 550.000 Euro weniger berappen müsse.

Der Kreis will die Kreisumlage senken

Außerdem wolle der Kreis, anders als von der Stadt kalkuliert, die Kreisumlage senken. Ersparnis für Dorsten: 400.000 Euro. „Aus der Gemeindefinanzierung erhalten wir 350.000 Euro mehr“, teilte Hubert Große-Ruiken zudem mit. Und auch das Sozialamt steuert eine beträchtliche Summe zum Einsparen bei: 130.000 Euro weniger schlagen in dieser Abteilung des Rathauses zu Buche.

Eine Nachfrage bei der Kreisverwaltung, worauf die niedrigere Kreisumlage zurückzuführen sei, konnte nicht beantwortet werden. „Am Montag tagt der Kreistag und befasst sich mit den Details“, sagte Sprecher Jochem Manz.

Zeigen Anträge der Kreistagsfraktionen Wirkung?

Nach unseren Informationen aus anderer Quelle hätten SPD- und CDU-Kreistagsfraktionen verschiedene Anträge gestellt, die sich positiv auf die Haushalte der kreisangehörigen Städte auswirkten, weil die Kreisumlage dadurch sinkt. Rund sieben bis acht Millionen Euro weniger sollen das sein, die auf die Kommunen umgelegt werden.

Einzige bittere Pille, die der Dorstener Kämmerer bei seiner Jahresrechnung so nicht auf dem Schirm hatte und trotzdem schlucken muss: Das Einheitslastenabrechnungsgesetz belastet den Haushalt der Stadt Dorsten zusätzlich mit 450.000 Euro.

Gesetz tritt am 31.12.2021 außer Kraft

Die Gemeinden und Gemeindeverbände müssen sich nach diesem Gesetz „an den fortwirkenden finanziellen Lasten des Landes Nordrhein-Westfalen infolge der Deutschen Einheit“ beteiligen. Seit 2009 trägt die Stadt Dorsten, wie andere NRW-Kommunen auch, die Kosten anteilig mit. Am 31.12.2021 tritt das Gesetz außer Kraft.

Lesen Sie jetzt